"Nicht Sektor, sondern Querschnitt"

Setzen sich für die Belange der älteren Generation ein (hintere Reihe von links): Walter Hirche, Nicole Bracht-Bendt, Stefan Birkner, Bernd Speich; vordere Reihe von links: Ursula Gaebler, Marlies Reepmeyer, Dieter Nagel.Foto: C. Borschel

Liberale Senioren Niedersachsen feiern zehnjähriges Bestehen

Langenhagen (bo). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn Senioren einen zehnten Geburtstag feiern. Am vergangenen Wochenende jährte sich nun jedoch zum zehnten Mal die Gründung der Liberalen Senioren Niedersachsen und ihre Mitglieder zeigten hierbei, dass das Alter keineswegs mit politischer Passivität einhergeht. „Gerade in Zeiten des demografischen Wandels ist es von besonderer Bedeutung, dass Vertreter der älteren Generation aktiven Einfluss auf die Politik nehmen und ihre Interessen vertreten“, fand Langenhagens stellvertretender Bürgermeister Willi Minne. Er war einer von insgesamt acht Rednern, die Glückwünsche und Grußworte sprachen, musikalisch umrahmt vom Chor „AnySingElse“. Walter Hirche, Ehrenvorsitzender der FDP Niedersachsen und LiS-Vorstandsmitglied unterstrich den Stellenwert der Arbeit der Senioren, die „auch vollkommen parteiübergreifende Interessen vertritt“. Die Arbeit, die hier geleistet werde, sei weniger sektorbezogen, als vielmehr Querschnittsarbeit. In seiner anschließenden Rede stellte Festredner Stephan Walter die Forderung, Politik müsse sich noch stärker für die Belange der älteren Generation einsetzen: „Wir dürfen in unseren Kommunen nicht glauben, wir hätten genug für die Alten getan, wenn wir einmal im Jahr zu Kaffee und Kuchen laden“. Zudem müsse man Themen wie Zusatzrente und oder Altersgrenzen bei Neueinstellungen kontrovers diskutiert werden. „Wir müssen uns immer wieder die Fragen stellen, ob wir es uns leisten können, auf Erfahrung zu verzichten“. Auch die Altersarmut müsse bekämpft werden. „Es muss um die In-Wert-Setzung des Alters und der Älteren gehen“, so Walter.
All diese und noch weitere Themen seien es, die die Arbeit der Liberalen Senioren so wertvoll machen. Weitere Redner hoben zudem die Streitfähigkeit und die Dialogbereitschaft der fast 150 Mitglieder hervor. Mit dem politischen Kabarett „Turne bis zur Urne“ klang der festliche Nachmittag schließlich aus – Selbstironie scheint also eine weitere Stärke der „Generation 50-Plus“ zu sein.