Nikolaus Schneider ist neuer EKD-Ratsvorsitzender

Mit großer Mehrheit gewählt: Nikolaus Schneider.Foto: O. Krebs

Große Zustimmung für rheinischen Präses bei Wahl in Langenhagen

Langenhagen (ok). Der rheinische Präses Nikolaus Schneider (63) steht für die nächsten fünf Jahre an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ist somit oberster Repräsentant von fast 25 Millionen Protestanten in Deutschland. Bei der Wahl durch Synode und Kirchenkonferenz – die EKD-Synode tagte im Maritim Airport Hotel am Flughafen – entfielen auf Schneider 135 von 143 gültigen Stimmen; der Duisburger war einziger Kandidat gewesen. Schneider tritt damit nun auch offiziell die Nachfolge von Margot Käßmann an, hatte das Amt nach ihrem Rücktritt Ende Februar zunächst kommissarisch ausgeübt. Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist Schneider seit 2003. Präses Katrin Göring-Eckardt über den neuen Ratsvorsitzenden: "Nikolaus Schneider ist ein Mann von großer Herzenswärme und Klarheit. Er bringt Glaubensdinge überzeugend als Person an die Menschen; als einer, der die Fürsorge und den Schutz Gottes zusprechen kann." Nikolaus Schneider sei jemand, der in der Sprache der Theologen und Akademiker ebenso zu Hause ist wie in der Sprache der Arbeiter. Er öffne sein Herz und habe keine Sorge, sich auch verletzlich zu machen. Seine Aussagen gründeten sich auf die biblische Botschaft.
"Er ist einer, der sich durchaus gerufen sieht, der Politik ins Gewissen zu reden, allerdings auch den wichtigen Beitrag derer zu würdigen weiß, die sich auf verschiedenen Ebenen haupt- oder nebenamtlich für die Demokratie einsetzen." Sein Einsatz für den Reformprozess der evangelischen Kirche sei zentral, auch bei den neuen Schritten, die zu gehen seien. Zum Stellvertreter Schneiders ist Jochen Bohl gewählt worden. Der 60-Jährige ist seit 2004 Präses der Landeskirche Sachsens, hat als gebürtiger Lüdenscheider eine Verbindung zwischen Ost und West geschaffen. Katrin Göring-Eckardt: "Durch seine Fähigkeit, quer zu denken, hat er mitgeholfen, Positionen in politischen wie kirchenpolitischen Themen zu schärfen."
Nikolaus Schneider, der "geistliches Engagement" für alles versprach, ging auf "Zeiten großer Veränderung" ein. Mit einem "ruhigen und gewissen Herz" komme ein "klarer Kopf" und schließlich auch "Mut, um sich diesen Veränderungen zu stellen". Es sei gut, dass die "Probezeit" vorüber und eine verlässliche Basis geschaffen worden sei. Und: Der Titel "Sozialbischof", der ihm von den Medien verliehen worden sei, ehre ihn zwar, aber: "Erst kommt immer noch Bischof, dann sozial." Eingeführt in sein Amt wird Schneider am heutigen Mittwoch, 10. November, um 20 Uhr in der Elisabethkirche in Langenhagen.