Noch ist Luft nach oben

Trotz großen Einsatzes lief noch lange nicht alles rund bei der Feuerwehrübung bei EDC.Foto: D. Lange

Abstimmungsfehler bei groß angelegter Übung der Regionsfeuerwehrbereitschaft

Langenhagen (dl). Immer dann, wenn die örtlichen Feuerwehren bereits bei Großschadensfällen wie Waldbränden im Einsatz sind, übernehmen als Ersatz hierfür die Wehren der umliegenden Gemeinden Isernhagen, Wedemark und Burgwedel die Feuerwehrbereitschaft. Teile dieser Wehren bilden darüber hinaus zusammen mit Langenhagen die Regionsfeuerbereitschaft, die häufig auch überregional zum Einsatz kommt, wie zuletzt beim Elbehochwasser in diesem Frühjahr. Deren gemeinsame Übungen finden in der Regel einmal im Jahr statt und sollen im wesentlichen die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren und deren Abstimmung untereinander trainieren und verbessern denn ein Feuerwehreinsatz ist im Grunde ein komplexes System ineinandergreifender Handlungsabläufe mit klar definierten Aufgaben, vom ersten Alarm bis zur Meldung: Feuer aus. Dabei spielt sowohl das Handwerkliche eine Rolle, sprich: der effektive Einsatz der zur Verfügung stehenden Technik und deren Bedienung, aber eben auch die Kommunikation untereinander. Dass besonders auf diesem Gebiet noch Luft nach oben ist, zeigte die jüngste Übung der Regionsfeuerbereitschaft mit 150 Feuerwehrleuten und 40 Fahrzeugen am Sonnabend auf dem Gelände des CD-Presswerks EDC. Die Aufgabenstellung lautete: Vollbrand einer Produktionshalle mit starker Rauchentwicklung, Sicherung der Nebengebäude und Rettung der verletzten und vom Rauch bedrohten Personen. Abstimmungsfehler untereinander, aber auch mit den verantwortlichen Mitarbeitern von EDC, die die Einsatzfahrzeuge zunächst an die falsche Stelle schickten, führten letztlich zu Verzögerungen. Der Abschnittsbrandmeister Horst Holderitz wies darauf hin, dass hier die eigentliche Ursache für die verzögerte Brandbekämpfung lag: „Die Lage war zu Beginn sehr unklar, weil wir keine eindeutigen Informationen über den Brandherd hatten, deshalb blieben die Züge zunächst in ihrem Bereitschaftsraum. Der erste Zug als Voraustrupp erreichte über die Hauptzufahrt zwar eine benachbarte Halle und konnte die verletzten Personen retten, aber die brennenden Hallen liegen auf der Rückseite des Werks an der Straße In den Kolkwiesen und sind mit den Fahrzeugen vom Haupttor aus nicht erreichbar. Übungshalber haben wir zur Sicherung unserer Löschwasserversorgung eine Schlauch-Doppelleitung zum etwa 1,4 Kilometer entfernten Silbersee gelegt, um die Hydranten für eventuelle Notfälle zu entlasten. Bei dieser Länge dauert es allerdings auch rund 15 bis 20 Minuten, bis der volle Druck aufgebaut ist und das Wasser zur Verfügung steht“.