Normalität und Freiheit auf zwei Rädern

Die Fahrrad-Doktoren mit ihrem Lehrer Michael Kroker (Zweiter von links) arbeiten mit der Integrationsbeauftragten Justyna Scharlé (Vierte von links) zusammen.

Justyna Scharlé bittet um Fahrrad-Spenden für Flüchtlinge

Langenhagen (gg). Mit dem Fahrrad mobil sein und kurze Wege schnell und einfach bewältigen – dieser Anspruch ist für viele Flüchtlinge, die in Langenhagen untergebracht sind, keine Normalität, denn Fahrräder gehören nicht zur Grundausstattung. Dass diese aber sinnvoll wäre, haben die Mitarbeiter des Sozialdienstes und ehrenamtlichen Integrationshelfer bereits festgestellt, denn die Teilnahme an Rad-Touren wie der FahrKulTour war im vergangenen Mai nur bedingt möglich. „Das war schade, weil solche Veranstaltungen dazu beitragen, Langenhagen und die Mitbürger besser kennenzulernen“, erklärt die Integrationsbeauftragte Justyna Scharlé. Um dafür in Zukunft gerüstet zu sein und um den Flüchtlingen mehr Mobilität im Alltag zu ermöglichen, bittet sie um die Spende von Fahrrädern. „Um den Menschen, die aus Syrien und anderen Krisen- und Kriegsgebieten fliehen mussten, ein Stück Freiheit zu schenken“, so die Begründung von Justyna Scharlé. Ungefähr 250 Flüchtlinge leben aktuell in Langenhagen. Gesucht werden verkehrssichere Damen- Herren- und Kinderfahrräder sowie Laufräder. Auch Helme und Fahrradschlösser werden benötigt. Die Integrationsbeauftragte hat ein Konzept entworfen, das der Aktion Dynamik geben kann. So hat sie mit der Schülerfirma „Die Fahrraddoktoren“ eine Kooperation vereinbart. Geringfügige Reparaturen werden an den gespendeten Fahrrädern von der Schülerfirma durchgeführt. Der Einsatz der Schüler ist ehrenamtlich, nur die Materialkosten müssen erstattet werden, was aus dem Budget der Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung geleistet wird. Geplant ist der persönliche Kontakt. So werden die Fahrraddoktoren die reparierten Fahrräder direkt an die Flüchtlinge übergeben – eine sympathische Geste. Justyna Scharlé hat für weitere denkbare Probleme vorgesorgt. So wird Dirk Schell als Kontaktbeamter der Polizei in Kooperation mit dem Integrationsbeirat eine Einweisung in das sichere Fahrradfahren vornehmen, wo es nötig ist. Nach den Sommerferien wird es einen mobilen Verkehrsübungsplatz im Stadtpark geben, für den der Präventionsrat verantwortlich zeichnet. Die Frauen der muslimischen Gemeinde werden mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn das Fahrradfahren erst noch gelernt werden muss. Justyna Scharlé hat ein zeitliches Ziel: „Wir wünschen uns, dass möglichst viele Flüchtlinge am 21. Juni am Volksradfahren teilnehmen können.“ Das wird vom Radsport-Club Blau-Gelb organisiert, gesponsert von der Flughafen GmbH. Jedermann kann teilnehmen, ab 9 Uhr. Die rund 25 Kilometer lange Strecke führt rund um das Flughafengelände und die angrenzenden Ortsteile mit Kontrollstellen, die auch gleichzeitig Start- und Zielorte sind. Kontrollstellen sind an der Robert-Koch-Realschule (Rathenaustraße), beim TSV Godshorn (Spielplatzweg), beim MTV Engelbostel bei Edeka (Heidestraße) und am Schützenhaus Schulenburg (Roter Weg), am Schützenhaus Kaltenweide (Zellerie) und beim Reitverein Hubertus auf dem Hof des Restaurants Jägerhof (Walsroder Straße).
Fahrräder als Spende für die Flüchtlinge können nach Terminvereinbarung im Rathaus abgegeben werden: Telefon (0511) 73 07 91 08 oder E-Mail integration@langenhagen.de.