Nur der "Augen"-Blick zählt

Eines der Werke Krömers.Foto: K.-H. Teufert

Reger Besuch im Atelier Ernst Krömer

Langenhagen. Einen besseren Zeitpunkt für seine letzte Ausstellung konnte sich der Langenhagener Maler Ernst Krömer eigentlich gar nicht wünschen. Während draußen im ersten Frühlingserwachen Krokusse und Schneeglöckchen ihre Blütenkelche zu öffnen begannen, fand die diesjährige Vernissage „Frühlingskarussell“ als insgesamt vierte Ausstellung des Künstlers am 20. und 21. März in seinem lichtdurchfluteten Atelier in der Tegeler Straße 20 statt (das ECHO berichtete bereits in der Vorschau). Unter den zahlreichen Gästen, die an diesen beiden Tagen die Ausstellung besuchten, waren vor allem auch Kunstfreunde von der Vereinigung „Kulturelle Landpartie“ aus dem Wendland, sowie Angehörige der „Schreiberwerkstatt Mellendorf“, deren Mitglieder im Rahmen der Veranstaltung einige Gedichte zum Vortrag brachten. Natürlich wurden auch zahlreiche Langenhagener als sachkundige Liebhaber begrüßt. Organisatorische Unterstützung leistete dem Maler wiederum sein langjähriger Assistent Thomas Mohnke, der sich ebenfalls rührend um die Besucher zu kümmern wusste. Die vielen ausgestellten Exponate erwiesen sich als eine wahre Symphonie von Farben und Formen, von dem das nebenstehende Bild vielleicht einen Eindruck vermitteln kann. Ernst Krömer bevorzugt bekanntlich zwei unterschiedliche Maltechniken: Da ist zunächst einmal die so genannte. Freilicht-Malweise, die den Liebhabern wohl besser unter ihrem halb-französischen Namen „Plainairmalerei“ bekannt ist oder aber als zweite Stilart eine eigene Kompositionstechnik aus Linien und figürlichen Körpern in Aquarellfarben. Letztere war Themenschwerpunkt der Ausstellung. Bei dieser Technik werden weder Fotos oder Postkarten benutzt, nur der eigene „Augen“-Blick ist erlaubt. Wenn man diese Bilder zu malen beginnt, hat man noch keinerlei Vorstellung von dem Ergebnis, denn die Inspiration, die dem Künstler während seines Schaffensvorgangs kommt, fließt unmittelbar in das entstehende Kunstwerk ein. Daher verlangen Bilder dieser Art dem Beschauer immerhin einiges an Fantasie ab. Ähnlich wie bei dem bekannten Rorschach-Test lassen sich ganz unterschiedliche Mal-Gebilde erkennen, was teilweise auch von der Psychologie und Stimmungslage des Betrachters abhängt. Während der Ausstellung kam es außerdem zu anregenden Gesprächen, wobei der Maler für alle Beteiligten das Zitat seines Vornamensvetters Ernst Jünger, „ein gutes Gespräch ist ein Kompromiss zwischen Reden und Zuhören“ gelten lies. Auch das Thema „Brauchen wir heute überhaupt noch gemalte Bilder“, wo wir doch in einer wahrlich medienüberfluteten „Bild-Zeit“ leben, brachte viele interessante Argumente zu Tage. Insgesamt war diese Ausstellung eine echte Bereicherung des langenhagener Kunstlebens. Hoffentlich führt der Künstler diese Ausstellungsreihe weiterhin durch, so dass die Freunde seiner Maltechnik weiterhin auf ihre Kosten kommen können. Eine Überraschung hält Krömer jedoch für alle Langenhagener noch zum Osterfest bereit: Für den am 3. April vom SC Langenhagen geplanten 1. Eichenparklauf hat er das Aquarell „Weidenallee in Ahrenshoop“ als Ehrenpreis gestiftet (das ECHO berichtete).