Nur zehn Prozent wollen die Realschule

Ergebnisse der Elternbefragung liegen vor

Langenhagen (gg). Politische Entscheidungen zum Ausbau der weiterführenden Schulen stehen an. Nicht nur die richtige Gebäudegröße muss festgelegt werden, auch die Schulformen. Geht es nach einem Antrag der SPD- und Grünen-Fraktion, wird die Robert-Koch-Realschule (RKS) an der Rathenaustraße abgeschafft. Stattdessen soll dort eine IGS entstehen. Es wäre die dritte Gesamtschule in Langenhagen neben der IGS-Süd an der Angerstraße und die IGS-Mitte an der Konrad-Adenauer-Straße. Letztere wird in den nächsten zehn Jahren zur Großbaustelle, denn Gebäudeteile werden abgerissen, neu gebaut oder saniert und dafür müsste bald klar sein, wie viele Schüler dort überhaupt unterrichtet werden sollen. Geht es nach dem Wunsch der Schulleitung, soll die Sechszügigkeit gelten. Bisher wollten pro Jahr rund 350 Grundschüler in den fünften Jahrgang einer IGS wechseln. Das entspricht einer 14-Zügigkeit, also 14 Parallelklassen. Entscheidungshilfe zum Schulausbau liefert nun die Auswertung einer Elternbefragung. Erwartungen zur Schullaufbahn der Kinder, zur Betreuung, zur Schulweglänge und einiges mehr konnten rund 2.500 Eltern (von Grundschulkindern und Kita-Kindern im letzten Kita-Jahr) auf ausgehändigten Fragebögen notieren. „Der Rücklauf war mit 70 Prozent sehr gut“, sagt Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch im Pressegespräch. Ihre Kurzfassung der Ergebnisse: Rund 80 Prozent der Eltern halten die Schulform IGS grundsätzlich für interessant. 60 Prozent sagen ja zu einer dritten IGS. Der Standort dieser theoretischen dritten IGS soll nach Elternwillen zu 63 Prozent im Zentrum sein. Rund 75 Prozent der Eltern wünschen sich für ihre Kinder den Schulabschluss Abitur. „In Wirklichkeit ist das dann deutlich geringer“, erklärt Monika Gotzes-Karrasch. Dennoch, den Ausbau der Oberstufe (drei Jahrgänge vor dem Abitur) hält sie für dringend geboten. Sie sagt: „Den mittleren Schulabschluss (Realschule) wünschen sich nur zehn Prozent der Eltern für ihre Kinder. Da macht es wenig Sinn, die RKS so zu lassen, wie sie ist.“ Gehe es nach dem Elternwillen, sei eine Achtzügigkeit der IGS-Mitte kein Problem, sie sei die mit Abstand beliebteste Schule. „Mit Imageproblemen zu kämpfen“ habe weiterhin die IGS-Süd, ergänzte Bürgermeister Mirko Heuer. Da gegenzusteuern, sei quasi unmöglich. Die Elternbefragung zu den akzeptierbaren Schulwegen habe vielfältige Ergebnisse gebracht; da sei noch gesondert auszuwerten. Für theoretisch denkbar hält Monika Gotzes-Karrasch eine Änderung der Schulbezirke, um eine Durchmischung der Schüler zu fördern, was aber politisch im Rat sicherlich auf Kritik stoßen würde. Lohnend seien die Ergebnisse der Befragung in jedem Fall. Auch Randinformationen sind wissenswert, etwa dass in 36 Prozent der befragten Elternhaushalte nicht nur deutsch, sondern auch eine andere Sprache gesprochen wird. Für die Grundschulen wünschen sich 41 Prozent der Eltern eine Halbtagsbeschulung und Mittagessen. 57 Prozent wünschen sich eine Ganztagsgrundschule.