Nur zwei statt sechs Blindgänger

Einen etwa zehn Meter tiefen Krater hinterließ die Sprengung an der Hackethalstraße.Foto: O. Krebs

Bombenentschärfung ging ohne Probleme über die Bühne

Langenhagen (ok). Alles glattgegangen: Sechs Blindgänger waren ursprünglich vermutet worden; am Ende waren es dann doch nur zwei Bomben, die an der Stadtgrenze von Langenhagen lagen: Die anderen vier wurden als "Metallschrott" identifiziert. Eine war unter einer Halle am Rudolf-Diesel-Weg, die beiden Aufschlagzünder entschärfte Sprengmeister Hans Mohr nach Auskunft von Feuerwehr-Pressesprecher Alfred Falkenberg problemlos. Beim zweiten Sprengkörper, der einen so genannten Langzeitsäurezünder hatte, war die Sache etwas komplizierter. Die Bombe musste auf einem Gelände an der Hackethalstraße gesprengt werden, die Sprengstelle wurde fachmännisch mit so genannten Großsandbehältern abgesichert. Nach ersten Erkenntnissen ist niemand zu Schaden gekommen und nichts zu Bruch gegangen. Gegen 16.30 Uhr konnte die betroffene Bevölkerung, die sich nach Auskunft Falkenbergs vorbildlich verhalten hat, wieder in ihre Wohnungen und Häuser. 11.500 Frauen und Männer aus dem Norden Hannovers und aus Langenhagen hatten diese bereits gegen 9 Uhr am Morgen verlassen – alles lief nach Auskunft von Polizei und Feuerwehr ruhig und ohne Komplikationen ab, offensichtlich ist bei den vielen Räumungen in der jüngsten Zeit schon eine gewisse Routine entwickelt worden. Feuerwehrchef Claus Lange war sehr zufrieden, dass alle beteiligten Einsatzkräfte Hand in Hand gearbeitet haben – insgesamt waren an der Aktion 635 Haupt- und Ehrenamtliche beteiligt, 424 von Feuerwehr und Hilfsorganisationen, 202 Polizisten und neun Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen. 275 Bürgerinnen und Bürger kamen in die Betreuungsstellen in der Herschelschule und in der Brinker Schule, 84 wurden mit mit Krankentransportwagen aus ihren Wohnungen sowie dem Seniorenheim Bachstraße abgeholt. Davor hielten die Wagen im Minutentakt; die Zeit, in der das Alten- und Pflegeheim geräumt wurde, nach Auskunft von Heimleiter Gregor Brill schon fast rekordverdächtig. Beim gemeinsamen Bürgertelefon von Feuerwehr und Polizei gingen zusammen mehr als 2.000 Anrufe ein. Als Fazit lässt sich festhalten: Die Bombenräumung – die erste nach dem tragischen Unglück des vergangenen Sommers, als drei Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Göttingen bei einer Sprengung ihr Leben ließen – lief zwar routinemäßig ab, aber doch mit besonderen Herausforderungen. Denn: Das Modell mit dem Langzeitsäurezünder war das gleiche wie in Göttingen. Für die Langenhagener war es wohl nicht die letzte Bombenräumung in diesem Jahr; Fachbereichsleiterin Karin Saremba geht von einer weiteren im Sommer aus.