NVL aktiv im Biotopschutz

Erfahrungen und Pflegemaßnahmen in der alten Sandgrube

Engelbostel. Vor 25 Jahren ist es der Naturkundlichen Vereinigung (NVL) gelungen, gemeinsam mit dem BUND eine von Verfüllung bedrohte Sandgrube am Stelinger Berg zu erwerben. Damit sollte ein Schutzgebiet für mehrere zuvor beobachtete Amphibienarten wie Kreuz- und Knoblauchkröte, Grasfrosch und Teichmolch geschaffen und die in den Sand-Steilwänden angelegten Bruthöhlen von Uferschwalben und Regenpfeifer geschützt werden. Zur Stimulierung weiterer Amphibien-Zuwanderungen wurden kurz nach dem Erwerb mehrere kleine Teiche angelegt.
Die zahlreichen Pflegemaßnahmen in den Folgejahren waren und sind bis heute hauptsächlich auf den Erhalt der Wasserflächen und das Freihalten ursprünglich vegetationsfreier Sand-Steilhänge und -Bodenflächen von Verbuschung und Bewaldung ausgerichtet. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch die ursprüngliche Morphologie durch die instabilen Sandhänge stark verändert, und der Boden der Grube ist von einem nahezu unausrottbaren Geflecht von Brombeersträuchern, Gräsern und dichten Beständen der ungewollt eingewanderten Kanadischen Goldrute verdeckt. Seither sind die Höhlen bewohnenden Vögel und die meisten Amphibienarten verschwunden. Dafür tauchen immer wieder andere bemerkenswerte Pflanzen- und Tierarten auf, unter anderem Orchideen und das seltene blaublühende Bergsandglöckchen oder die Zwergmaus (unlängst durch einen Nestfund nachgewiesen).
Diese Erfahrungen zeigen, dass die Sandgrube auch als „Biotop zweiter Hand“ ein lebendiges System mit spannenden Zu- und Abwanderungen ist, dessen Entwicklung man weitgehend der Natur selbst überlassen sollte.
Mit diesen Vorsatz hat die NVL bei ihrem alljährlichen Herbst-Pflegeeinsatz nur an ausgewählten Stellen eingegriffen, um die Vielfalt unterschiedlicher Kleinbereiche zu erhalten (Sand-Trockenhänge, Wasserflächen mit breiten Uferbereichen, inselförmige Goldruten-Bestände, Buschinseln). Die Arbeiten wurden erstmals und sehr effektvoll von zwei Motorsensen unterstützt. Die Durchführung der Aktion wurde wie schon in den letzten Jahren von Dr. Klaus-Peter Burgath geleitet, das von seiner Frau Elfi mitgebrachte traditionelle Picknick erfreute die hochmotivierten Helfer.