Oft unter der Gürtellinie

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer empfinden ein "Knöllchen" fast als persönliche Beleidigung.Foto: J. Stahl

Uneinsichtigkeit bei „Lieferverkehr“ an den Schulen

Langenhagen (ok). Diesen Satz können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkehrsaußendienst der Stadt Langenhagen schon nicht mehr hören: „Ich stehe hier erst seit drei Minuten im Haltverbot.“ Karin Saremba, Leiterin des Fachbereichs Ordnung, tun ihre Kolleginnen und Kollegen, die sich oft wüste Beschimpfungen anhören müssen, manchmal richtig leid: „Das ist wahrlich kein Traumberuf.“ Oft würden sie persönlich beleidigt, die verbalen Angriffe gegen die Politessen gingen unter die Gürtellinie. Dabei gebe es schon verschiedene Stufen, bis endgültig verwarnt würde: Erst käme die mündliche Verwarnung, wenn der Fahrer anzutreffen sei. Sei er nicht am Auto, würde innerhalb der ersten drei Minuten im eingeschränkten Haltverbot „vornotiert“, bevor die Verwarnung anschließend ausgesprochen werde. Im absoluten Haltverbot würde allerdings unnachgiebiger agiert, wenn niemand anzutreffen sei.
Besonders schlimm sei es jetzt beim „Lieferverkehr“ vor den Schulen – mündliche Verwarnungen hätten dort nicht gefruchtet, jetzt werde gebührenpflichtig verwarnt. Karin Saremba bittet die Eltern vor allen Dingen, nicht auf dem Fußweg zu parken. Der sei besonders hier den Kindern vorbehalten. Besser sei es, sich auf die Straße zu stellen, auch wenn der Verkehr ein wenig behindert werde. Ein besonders kritischer Platz: die Wendeplatte an der Markthalle an Markttagen. Die müsse nämlich unbedingt für die Anlieferung für Patienten der Dialysepraxis freigehalten werden. Und ganz wichtig: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen weder Provision, noch müssen sie eine bestimmte Quote erfüllen.“ Die Fachbereichsleiterin räumt aber auch ein: Es gibt auch nette und verständnisvolle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Fehler einsehen.“ Mit solch einer Einstellung könne viel Ärger vermieden werden, denn der Ton mache die Musik.