Ohne Angst und Vorbehalte

Pastorin Karin Borchers-Schmidt im Einführungsgottesdienst in der Kapelle des Klinikums für Psychiatrie. Foto: G. Gosewisch

Pastorin Borchers-Schmidt wechselt in die Seelsorge der Psychiatrie

Langenhagen (gg). Pastorin Karin Borchers-Schmidt war bisher an der Seite ihres Mannes Pastor Karl Ludwig Schmidt in der Paulusgemeinde tätig, konzentriert sich nun aber auf die Seelsorge in der psychiatrischen Klinik im Eichenpark. Die Pastorin hat Erfahrung in diesem Bereich und kann sich auf ihre Zusatzausbildung verlassen. Wohlbedacht sei der Schritt für sie gewesen, wie sie auch in ihrer Predigt im Einführungsgottesdienst mit Superintendent Martin Bergau und Klinikleiter Professor Gunther Kruse erwähnt. Unterstützung bei ihrem Amtsantritt fand Karin Borchers-Schmidt durch ihren Mann Karl-Ludwig Schmidt und Diakonin Dorothee Beckermann; ihre Tochter Anne Sophie spielte mit Kirchenmusiker Hans Jürgen Ulrich am Klavier ein klassisches Stück auf der Violine.
Keine Angst und keine Vorbehalte in der Seelsorge zu haben, beschreibt Karin Borchers-Schmidt als einen Grundpfeiler ihrer Arbeit. Sicherlich sei es eine große Aufgabe dann Hilfe zu leisten, wenn Patienten verzweifelt seien oder immer wieder die Frage „Wann komme ich hier raus?“ stellten. Intensiv werde die Betreuung einzelner Patienten sein, die sich an sie wenden. Anders als bei anderen Krankheiten sind die Klinikaufenthalte in der Psychiatrie eher länger; natürlich nehme sie dadurch am persönlichen Schicksal der Patienten teil, erklärt die Pastorin. Ergänzende Gespräche zu einzelnen Fällen mit Ärzten und Therapeuten will sie allerdings vermeiden – ohne Vorbehalte und mit viel Vertrauen soll die Seelsorge wirken. Als zusätzliche Aufgabe sieht Borchert-Schmidt auch diesen Bereich: „Viele Menschen scheuen sich vor dem Wort Psychiatrie. Ich vermute, es gibt eine tiefe Angst vor dieser Art der Erkrankung. Ich möchte dazu beitragen, da mehr Transparenz zu schaffen.“ So stört es sie schon ein wenig, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld sehr wohl danach erkundigt haben, wo sie arbeiten werde, aber kaum jemand habe nachgefragt, was genau sie mache oder wie es ihr dabei gehe. „Das Klinikum ist in der Mitte von Langenhagen ein großer Gebäudekomplex, dennoch wird er wenig wahrgenommen“, bedauert Karin Borchers-Schmidt.