"Ohne öffentlichen Auftrag"

„Bürgerinformationsbroschüre“ erfolgt nicht in Absprache mit der Stadt

Langenhagen. Die Stadt Langenhagen darauf hin, dass zurzeit ein Verlag eine Anzeigenakquise für eine „Bürgerinformationsbroschüre“ bei hiesigen Gewerbetreibenden betreibt. „Dieser Verlag agiert nicht im Auftrag der Stadtverwaltung. Keine der im Namen der Stadt Langenhagen herausgegebenen Informationsbroschüren wird derzeit neu aufgelegt“, informiert Juliane Stahl. Wie die Pressesprecherin weiter ausführt, erhielten die von der Stadt beauftragten Verlage zudem stets ein offizielles Schreiben, mit welchem sie ihr Ersuchen bei den angesprochenen Gewerbetreibenden legitimeren können.
Ein solches fehlt bei dem zweiseitigen Vertrag, das ein Langenhagener Unternehmen am Ende der 21. Kalenderwoche an die Stadtverwaltung weitergeleitet hatte, gänzlich. Unter dem Logo und der Adresse des Verlages steht auf der zweiten Seite zudem: „Behördenunabhängig – ohne öffentlichen Auftrag“. Diese kleingedruckte Zeile kann jedoch angesichts des rechts davon genannten Angebotes durchaus überlesen werden.
Doch ebenso wie bei anderen vermeintlich preiswerten Anzeigenofferten stecken auch bei dieser Akquise entscheidende Informationen im Detail. Erst im Kleingedruckten erfährt der potenzielle Anzeigenkunde, dass durch die Unterschrift ein Vertrag mit einer zweijährigen Laufzeit abgeschlossen wird. Er verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, sollte er nicht spätestens vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt werden. Die Verwaltung rät darum, per Fax zugesandte Angebote nicht zu unterschreiben sowie am Telefon keine Zusagen zu treffen.
Empfängern eines attraktiv erscheinenden Anzeigenangebotes rät die Pressesprecherin, das Kleingedruckte des Vertrages aufmerksam zu lesen und diesen nicht unmittelbar zu unterschreiben. „Fordern Sie Bedenkzeit ein und nutzen Sie diese, um sich zu informieren und um eventuell auch im Internet über den Verlag zu recherchieren“, rät Stahl. Mitunter lassen sich dort bereits nach einer kurzen Recherche aufschlussreiche Hinweise finden.
Wer sich nach dem Erhalt eines Anzeigenangebotes unsicher sein sollte, kann sich unter anderem an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität wenden. Dieser beschreibt auf seiner Internetseite unter www.dsw-schutzverband.de die gängigsten „Maschen“ und erläutert, wie sich Betroffene dagegen wehren können.