„Ohne sie wäre alles nicht so gut gelaufen“

Hat wertvolle Tipps in Sachen Bewerbung parat:Silke Meyer mit Benedikt (von links), Julia und Marius.Foto: O.Krebs

Ausbildungslotsin Silke Meyer nimmt sich Zeit für die IGS-Schüler

Langenhagen (ok). Das Thema Ausbildung und Berufsperspektiven – an der IGS Langenhagen hat es traditionell einen hohen Stellenwert. Die Freude über eine so genannte Ausbildungslotsin ist groß; Silke Meyer soll den Schülerinnen und Schülern, die nach der zehnten Klasse abgehen wollen, Orientierung in Sachen Berufswahl geben. Die Ausbildungslotsin betreut und berät die Jugendlichen individuell auf dem Weg in den Beruf, auch noch in den ersten Monaten ihrer Ausbildung. Das zweijährige Projekt ergänzt und vertieft die Zusammenarbeit von Schulen, Schulsozialarbeit und Berufsberatung. Die Region Hannover und die Agentur für Arbeit Hannover tragen die Kosten von rund 1,4 Millionen Euro jeweils zur Hälfte; Träger ist die Arbeiterwohlfahrt. Einerseits fehlen in vielen Ausbildungsberufen geeignete Bewerber; andererseits bricht jeder fünfte Jugendliche seine Ausbildung vorzeitig ab. Erschreckende Fakten, die es zu ändern gilt. Fehlende konkrete Vorstellungen über bestimmte Berufsfelder kämen hinzu. Die Ausbildungslotsin unterstützt die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die Bewerberinnen und Bewerber durch den Dschungel der 360 Ausbildungsberufe, der Vielzahl schulischer Ausbildungen und Studiengänge, zu führen. Insgesamt sind in der Region Hannover 17 Ausbildungslotsen aktiv, das Garbsener Projekt ist auch um zwei Jahre verlängert worden. In Langenhagen existiert an der Gutzmannschule noch eine halbe Stelle. Das Pilotprojekt „Ausbildungslotsen in allgemeinbildenden Schulen in der Region Hannover“ läuft zunächst bis 2016 und soll wissenschaftlich begleitet werden. Die Ergebnisse fließen dann in ein Gesamtkonzept ein, das zur Ausweitung des Angebots dient. Die IGS ist seit vielen Jahren als „ausbildungsfreundliche Schule“ zertifiziert, mithilfe von Silke Meyer soll der Draht zu den 15- bis 16-Jährigen noch direkter werden. Und das scheint zu klappen – zwei Wochen ist Silke Meyer erst im Dienst, hat sich schon in den meisten Klassen vorgestellt und mit vielen Schülerinnen und Schülern gesprochen. Die sind froh, dass die gelernte Sozialpädagogin und -arbeiterin mit an Bord des IGS-Teams ist. „Frau Meyer hat unsere Bewerbungen gecheckt und uns Tipps gegeben. Ohne sie wäre alles nicht so gut gelaufen“, sagen Marius und Benedikt, beide aus der zehnten Klasse. Schulleiter Wolfgang Kuschel freut sich: „Wir haben jetzt Zeit für die Schüler, die wir vorher nicht hatten.“ Im nächsten Schritt soll Silke Meyer in Kontakt mit dem Kooperationskreis Schule und Wirtschaft treten – die IGS Langenhagen ist Gründungsmitglied, gehört dem Verbund seit 14 Jahren an. Holger Besser, Fachbereichsleiter für Arbeit, Wirtschaft und Technik: „Da befruchten wir uns gegenseitig.“ Bis Ende 2016 läuft auch noch das Projekt „Profilierung der Hauptschulen“. Danach wird eine schulformübergreifende Lösung mit Land und Kommunen angestrebt, in der alle Schulformen vertreten sind.