Ohne "Wunni" lief einfach nichts

Heiner Rust und Lebensgefährtin Waltraud Koch, Königin der Königinnen.Archiv-Fotos: E. A. Nebig
 
Fröhliche Brinker Schützen.

100 Jahre SV Brink: Himmelfahrt großes Jubiläums-Maifest auf Hof Rust

Langenhagen (ne). Am Himmelfahrtstag, 13. Mai, feiert der Schützenverein Brink von 1910 von 11 bis 22 Uhr auf dem Hof Rust, Angerstraße 14, wieder das traditionelle Maifest mit Musik, Tanz und Unterhaltung. Für schwungvolle Life- Musik sorgen der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Rössing unter der Leitung von Mike Meyer, das Musikkorps Langenforth und der beliebte Disc-Jockey Jürgen. Der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt des Festes steht das 100-jährige Jubiläum des Vereins. Der wurde am 12. Februar 1910 von 16 Brinkern im damals nur 300-Seelen-Dorf in der Hotel-Gaststätte Meineke an der Kastanienallee, Ecke Feldstraße gegründet, die noch heute Vereinslokal ist. Die Initiative zur Gründung ging vom Tischlermeister Heinrich-Friedrich Gosewisch und dem Müller Theodor Wagner aus. Die Gründer wählten Gosewisch zum Schützenchef, der die Gründerjahre bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges prägte. Als Auftaktveranstaltung zum Jubiläum findet am Vorabend des Maifestes am Mittwoch, 12. Mai, 19 Uhr, ein Jubiläums-Kommers mit 270 eingeladenen Gästen statt. Er beginnt mit einem feierlichen Fahneneinmarsch in das Festzelt. Anschließend wird es eine Überraschung geben, denn die bis heute streng geheimgehaltenen Ergebnisse des Königs- und Kettenschießens werden bekannt gegeben und die Majestäten proklamiert. Endlich wird dann die Frage beantwortet: „Wer sind die neuen Majestäten im Jubiläumsjahr?“. Dem Kommers schließt sich eine flotte Party an, bei der die Band Wolpertinger aufspielen und für Stimmung sorgen wird. Zum Jubiläumsfest haben die Verantwortlichen im Vorstand 1. Vorsitzender und Oberschützenmeister Heiner Rust, sowie sein Stellvertreter und Oberschaffer Eckart Fehrkau, Waltraud Koch, Helmut und Stefan Rust, Annette Müller-Flaig, Petra Olenik, Julia Ertmer und Reinhard Othersen eine beachtliche Festschrift zusammengestellt, in der in Wort und Bild die Vereinsgeschichte kurz und einprägsam für die Öffentlichkeit dokumentiert worden ist. Der Verein schloss sich 1963 mit der Schützengesellschaft Langenhagen und dem SV Langenforth zur Schützengeneinschaft Langenhagen zusammen, um gemeinsam Schützenfest zu feiern. Oberschützenmeister dieses Zusammenschlusses ist seit Jahren der 1. Vorsitzende des SV Brink, Heiner Rust, der es überdies als sehr guter Schütze fertigbrachte, bisher zehn Mal in seinem Verein die Königswürde zu erringen. Von den zahlreichen Ehrenketten ganz zu schweigen. Seine Vorgänger in der Vereinsführung in Brink waren nach der Wiederbelebung des Vereinslebens nach dem Ersten Weltkrieg auf Initiative des Brinker Bürgermeisters Fritz Bösenberg von 1920 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges: erneut Gosewisch und dann Wilhelm Akermann. 1933 gründete Hermann Sievers die Jungschützenabteilung, die zeitweilig 35 Mitglieder zählte.1935 wählten die Schützen Adolf Wellhausen zum 1. Vorsitzenden, er musste es dann erleben, dass das Schützenwesen durch die Nationalsozialisten gleich geschaltet wurde. Im Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben zum zweiten Mal gänzlich zum Erliegen. Erst 1950 wurde der Verein durch Adolf Wellhausen und Wilhelm Akermann neu belebt; bis dahin hatten die Alliierten den Schießsport in Deutschland verboten. Bis 1953 führte Akermann den Verein, ihm folgte Heinrich Ohle, der großen Anteil an der 1957 erfolgten Gründung einer bis dahin verpönten Damengruppe hatte. Deren Geschichte hat Ruth Weyers maßgeblich gestaltet. 1960 feierte der Verein vom 11. bis 13. Juni sein 50. Jubiläumsfest. Diesem Ereignis widmete das ECHO am 10. Juni 1960 die gesamte Titelseite. Bei diesem Fest wurde ein Denkstein zu Ehren der gefallenen Schützen aus Brink enthüllt. Mit dabei waren damals noch sieben Gründungsmitglieder. „Heinrich Blume, Heinrich Baumgarte, Fritz Döpke, Wilhelm Evers, Heinrich Sosal, Alfred Haase und der Musiker Ernst Müller senior erfreuen sich noch bester Gesundheit“, war im ECHO zu lesen. 1961 übernahm Malermeister Walter Stephan die Vereinsführung. Er übergab sie aus gesundheitlichen Gründen 1967 an Richard Knüttel; dessen Nachfolger im Amt wurde für ein Jahr Horst Labs. 1970 wurde das 60-jährige Bestehen im Krähenwinkeler Dorfgemeinschaftashaus gefeiert und 1971 eine Fussballmannschaft gegründet. 1972 wählten die Mitglieder des SV Brink den Druckereibesitzer Waldemar Meyer zum 1. Vorsitzenden, der zu den Schützen-Festen stets lustige Einfälle hatte. So fertigte er zum Beispiel damals bei der Post übliche, „waschechte“, aber im Schützensinne bedruckte Paketkarten für die Heimsendung von verloren gegangenen Festbesuchern an. Nachfolger von „Waldemar“ wurde 1984 der Landwirt Wilhelm Rust, der den Verein in besondererer Weise prägte und auch als Oberschützenmeister der Schützengemeinschaft hervorragend wirkte und nicht nur wegen seines manchmal derben, aber stets herzlichen Humors überall beliebt war. Unter ihm wurde 1989 der Schießstand neu gestaltet und 1992 in den heutigen Kreisschützenverband Wedemark-Langenhagen eingetreten. Sein Sohn Heinrich Wilhelm, „Heiner“ gerufen, hat heute beide Ämter seines unvergessenen Vaters inne. Er leitet den SV Brink seit 1994. Jahrelang hatte er mit seinem Bruder Helmut und dessen Freund, dem leider viel zu früh verstorbenen „Schützenbruder“ Andreas Wundrak (genannt „Wunni“), ein Mitstreiter-Duo zur Seite, das viel zum Gelingen der Brinker Schützenaktivitäten beitrug. Ohne Wunni lief einfach nichts. Er war noch mit dabei, als die Damen am 17. Mai 2007 ihr 50. Jubiläum feierten. Häufiger öffnete „Wunni“ seine Plattenkiste und unterhielt die Gäste des SV Brink. 1989 kam es zum Neuaufbau einer Jugendabteilung. In dieser gab es mit Julia Ertmer bald eine talentierte Jungschützin, die etliche Meistertitel errang. Sie tritt bei Wettbewerben für ihren Zweitverein, den SV Heitlingen an, arbeitet aber ehrenamtlich im Vorstand des SV Brink mit und bereitete das Jubiläums-Maifest mit vor. Diese schon tradtionelle Fest wurde 1991 von Heiner Rust in seiner damaligen Funktion als Festleiter erfunden und ist mittlerweile zur festen Einrichtung in der Veranstaltungsreihe der Langenhagener Schützen geworden. Dem Vorsitzenden steht ein engagierter Vorstand zur Seite, dem besonders die Jugendarbeit am Herzen liegt. Auskünfte über Mitgliedschaft und Schießsport im SV Brink werden gern unter Telefon (0511) 74 40 90 während der Trainingszeiten auf der Schießsportanlage Feldstraße 1 am Montag- und Dienstagabend in der Zeit von 19.30 bis 21 Uhr erteilt. Also dann herzlichen Glückwunsch liebe Brinker. Dass ECHO wünscht „Gut Schuss" sowie „Gut Ziel“ zum 100.