Ohren ersetzen die Augen

Spielte sich auf Platz eins: die Mannschaft der VSG Frankfurt. Foto: D. Lange

Torball-Turnier zur Qualifikationsrunde Nord in Langenhagen

Langenhagen (dl). Zehn Mannschaften aus Norddeutschland, darunter drei aus Niedersachsen, gingen am Sonnabend bei der Norddeutschen Meisterschaft im Torball an den Start, von denen die vier besten Teams an der Endrunde im März in Marburg teilnehmen. Die Qualifikation teilt sich in eine Nord- und eine Südrunde, die besten acht Mannschaften spielen dann um die Deutsche Meisterschaft. Dazu kommt das Team des Ausrichters Marburg und das des Titelverteidigers.
Betreut wurde das Turnier in der großen Halle des Schulzentrums von der BSG Langenhagen unter der Leitung ihres Vorsitzenden Martin Beck, dessen Vater August Beck 1955 den Verein gründete.
Torball wird in ganz Europa gespielt und ist eine Mannschaftsportart für Blinde und Sehbehinderte. Zwei Mannschaften à drei Spieler treten auf einem 7 x 16 Meter großen Spielfeld gegeneinander an. Quer über das Spielfeld sind in 40 Zentimeter Höhe drei sogenannte Glockenleinen gespannt, unter denen der Ball gespielt wird und die nicht berührt werden dürfen. Falls doch, bekommt der Gegner des Verursachers einen Strafstoß zugesprochen.
Alle Spieler tragen zur Chancengleichheit eine lichtdichte Brille, und wie beim Fußball geht es darum, Tore beim Gegner zu erzielen und das eigene Tor zu verteidigen. Schnelle Konter sind dabei das Ziel; sie machen das Spiel reizvoll und spannend. Zur Verteidigung legt sich die Mannschaft der Länge nach vor das sieben Meter breite Tor um den Ball abzuwehren. Dabei sind die Spielerinnen und Spieler allein auf ihr Gehör angewiesen um den Klingelball zu orten und die Aktionen abzustimmen. In der Halle muss es möglichst ruhig sein, damit die Aktiven den Ball, die Glockenleinen und den Schiedsrichter hören können. Den Torjubel sollten sich die Zuschauer daher für die recht zahlreichen Spielunterbrechungen aufsparen.
Die besten Chancen auf den Turniersieg hatten aufgrund ihrer bisherigen Erfolge die Mannschaften aus Dortmund und Frankfurt, die auch erwartungsgemäß vor dem Team aus Borgsdorf die Plätze eins und zwei belegten. Als beste niedersächsische Mannschaft kam Braunschweig auf den sechsten Platz. Für Wilhelmshaven und Langenhagen reichte es leider nur zu den Positionen sieben und zehn.
Unterstützt wurde die BSG Langenhagen bei der Durchführung des Turniers von Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums, die als Linienrichter und Helfer tätig waren, außerdem von der Bäckerei Bosselmann, die belegte Brötchen für die Teilnehmer spendete.
Die Ergebnisse: 1. Frankfurt 1, 2. Dortmund-Kirchderne, 3. Dortmund, 4. Borgsdorf, 5. Frankfurt 2, 6. Braunschweig, 7. Wilhelmshaven, 8. Magdeburg, 9. Detmold, 10. Langenhagen.