Opfer der Konkurrenz

Beschwerden zu Haustürgeschäften können bei enercity in Hannover gemeldet werden.

enercity-Aktion schürte Angst

Langenhagen (gg). In Angst und Sorge vor Einbrechern gerieten Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Saarweg in der vergangenen Woche. Zwei junge Leute waren am frühen Abend im Laufschritt im Treppenhaus unterwegs, hatten sich Zugang verschafft, nachdem ein Bewohner auf das Klingeln reagiert und per Türsummer geöffnet hatte. „Das Türsummen habe ich natürlich nicht gehört, nur das Vorbeihuschen zweier Gestalten im Treppenhaus durch den Türspion gesehen“, schildert eine Mitbewohnerin die Situation. Gut bekannt seien die Nachbarn untereinander, und da viele ältere darunter sind, passe man aufeinander auf. Grund genug gebe es aus Vorfällen in früheren Jahren, darunter ein Raubüberfall auf einen UPS-Fahrer vor der Tür. Der Täter hatte sich im Treppenhaus versteckt. Etwas länger her sei ein Einbruch in der Nachbarschaft. „Wir sind sehr vorsichtig geworden, um uns zu schützen. Und bei den zwei vorbeihuschenden jungen Leuten dachte ich zuerst an mögliche Verbrecher“, sagt die Bewohnerin im Gespräch mit dem ECHO. Im Nachhinein habe sie sich Klarheit verschaffen können. Denn der Nachbar, der die Tür geöffnet hatte, erklärte, dass die zwei jungen Leute von enercity mit der Kundenwerbung beauftragt waren. Auf ECHO-Nachfrage bestätigt Carlo Kallen, enercity Unternehmenskommunikation: „Tatsächlich waren aktuell in Langenhagen enercity-Teams unterwegs, um mit den Kunden direkt an ihren Wohnsitzen in Kontakt zu treten.“ Bisher habe sich enercity bei dieser Form der Kundengewinnung zurückgehalten. Inzwischen seien aber über 300 Stromlieferanten im enercity-Netzgebiet aktiv, viele davon auch seit Langem mit Haustürgeschäften aktiv. Um diesen vielen Wettbewerbern nicht allein das Feld zu überlassen, nutze enercity inzwischen auch diesen Kundenkontaktweg. „Die enercity-Teams sind sorgfältig zusammengestellt und arbeiten seriös. Sie zeigen ihre enercity-Ausweise vor und tragen als solche erkennbare enercity-Kleidung“, betont der enercity-Sprecher.
Und: „Sollten die Personen, die Ihre Leser durch den Türspion gesehen haben, keine enercity-Kleidung getragen haben, wäre dies tatsächlich ein Grund zur Besorgnis.“
Carlo Kallen betont, dass Haustürgeschäfte zulässig seien. Zu verurteilen seien unlautere Methoden von aggressiven Konkurrenten, die sich als Stadtwerke ausgeben, um Vertrauen zu erwecken oder mit den Worten „ihr Versorger ist pleite, wir übernehmen jetzt“ falsche Tatsachen vorgeben. Vorgekommen sei auch schon aggressives Vorgehen, wie das Einfordern von Energierechnungen, um mit den abfotografierten Kundendaten eine ungewollte Vertragskündigung im Nachhinein vornehmen zu können. Carlo Kallen warnt vor kriminellen Trickbetrügern, die vorgeben Ableser oder Wasserwerker zu sein, den Zugang zur Wohnung dann aber zum Diebstahl nutzen. Er sagt: „Bei vorgeblichen enercity-Mitarbeitern, die plötzlich an der Haustür stehen und sogar Zugang haben wollen, sollten Betroffene ruhig misstrauisch sein.“ Wer Zweifel an der Echtheit hat, soll bei enercity anrufen unter der Rufnummer (0800) 35 37 24 89, kostenlos aus dem deutschen Festnetz. Auf den Fall der in Angst geratenen Bewohner des Saarwegs angesprochen, bittet der enercity-Sprecher um Verständnis: „enercity ist Opfer der Geschäftsgebaren der Konkurrenz.“