Pläne, Plattitüden und große Skepsis

Bürger kritisieren geplante Sackgassen

Langenhagen (gg). Rege Beteiligung gab es bei der jüngsten Sitzung des Sanierungsbeirates, ein Gremium zur Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet entlang der Walsroder Straße, zwischen Ehlersstraße und Pferdemarkt. Erwartet wurden Informationen zu geplanten Baumaßnahmen auf dem Norta-Gelände, doch dazu kam es nicht. „Wir sind noch in der Prüfphase“, sagte Carolin Ottensmeyer seitens der Stadtverwaltung. Die Industriebrache auf 3,7 Hektar entlang der Robert-Koch-Straße liegt wegen des Fluglärms im Siedlungsbeschränkungsbereich. Dass ein großer Edeka-Markt dort entstehen könnte, ist den Anliegern über Gerüchte bekannt. „Nicht-öffentliche Gespräche laufen dazu“, bestätigte Carolin Ottensmeyer. Die Stadtverwaltung lässt derweil eine Machbarkeitsstudie für das Norta-Gelände allgemein erstellen. Architekt Markus Staedt von der „ANP Planungsgesellschaft mbH“ aus Kassel erklärte in der Sitzung in der Pausenhalle der Hermann-Löns-Schule die Chancen für die Stadtentwicklung. „Die kleinteilige Heterogenität soll zum Vorteil werden“, so seine Botschaft. Ziel sei eine Belebung der Walsorder Straße und das Erhalten der Versorgungsfunktion. Damit wiederholte er die Formulierungen, die schon vor Jahren beim Werben für die Festsetzung des Sanierungsgebietes (mit vielen rechtlichen Reglementierungen) in die Waagschale geworfen wurden. Sichtlich enttäuscht waren die Zuhörer bei Staedts Ausführungen, denn derlei gute Absichten sind hinlänglich bekannt. Auch sein Hinweis, dass es eine Wohnbebauung rund um das Norta-Gelände gibt und dass der Park nicht weit entfernt ist, war für die Zuhörer keine spannende Botschaft, denn sie kennen ihr Wohnumfeld seit Jahrzehnten sehr gut.
Kritik gab es zu den Umbau-Plänen des Bahnhofsplatzes, S-Bahnhof Pferdemarkt. Auch hierfür hat die Stadtverwaltung externe Architekten und Freiraumplaner beauftragt. Mit „Totaler Quatsch“ kommentierten einige Anlieger den Plan, die vorhandene Umrundung des Platzes durch zwei Sackgassen zu ersetzen. Stau sei damit vorprogrammiert. Die Stadtverwaltung sieht dagegen eine Chance zur Aufwertung des Platzes. Planer und Beiratsmitglieder wollen Menschen dazu bewegen, die Grünfläche des Platzes als Aufenthaltsraum zu nutzen. Spatenstich soll im Sommer 2018 sein. Ein Problem am Rand ist der Druck auf die knappen Parkplätze. Nachdem am Bahnhofsplatz nun die Zeitbeschränkung gilt, weichen Auswärtige, die in dem Bereich die Chance auf kostenloses Parken sehen und zum Flughafen wollen, auf die Karl-Kellner-Straße aus, so die Meinung der Anlieger. Carolin Ottensmeyer versprach, der zuständigen städtischen Abteilung Bescheid zu geben.