Polierte Produkte abgelehnt

Werke von Stefano Calligaro sind ab 14. September im Kunstverein an der Walsroder Straße zu sehen.

Stefano Calligaro im Kunstverein

Langenhagen. Eine Einzelausstellung von Stefano Caligaro wird im Kunstverein am Donnerstag, 14. September, ab 19 Uhr, an der Walsroder Straße 91A eröffnet. Holger Graab, Vorsitzender des Kunstvereins, wird ein Grußwort sprechen. Noor Mertens, Direktorin im Kunstverein, wird eine Einleitung geben.
Wie kann man, als Künstler, widerstehen und gleichzeitig nicht aufhören zu produzieren? Wie kann man in einem Kunstbereich arbeiten, den man verachtet, aber in dem man dennoch funktioniert? Zentrale Frage in Stefano Calligaros Arbeitsweise – vom Beginn einer Idee oder Geste bis zum physischen Ergebnis – ist die Frage, warum und was man als Künstler produziert. 
Die Schwierigkeit der Kunst, so sagt Stefano Calligaro, liege nicht ihrer Komplexität, sondern in ihrer Irrelevanz. Wesentliches Kennzeichen seines Werkes ist der Akt des Fragens – das Infragestellen des Erscheinungsbilds der Kunst, ihrer Moral, ihrer Ästhetik, ihrer Funktionalität und ihrer Nützlichkeit.
Die Antworten auf diese Fragen findet Calligaro in der Absurdität, in einem konstanten Ausstoß von Strategien durch den Miss- oder Gebrauch von Medien wie Twitter oder Instagram, dergestalt, dass normale Handlungen übertrieben und daher absurd werden. Eine andere Antwort liegt in der Ablehnung einer gewissen Virtuosität, sei es in einem Medium wie Malerei, Schreiben oder sogar Photoshop, um der Gefahr zu entgehen, sich in seine eigene künstlerische Meisterschaft oder Handwerkskunst zu verlieben. Die sogenannten Produkte aus Calligaros Händen sind das Ergebnis von "schnellen Gedanken, die aus anderen schnellen Gedanken hervorgehen und rasch auf verschiedene Oberflächen übertragen werden". Auf diese Weise umgeht er das allzu fertige, polierte Produkt.
Am Sonnabend, 4. November, gibt es um 18 Uhr ein Künstlergespräch mit Stefano Calligaro. Es gibt mehrere geführte Rundgänge durch die Ausstellung. Der nächste ist am Donnerstag, 21. September, um 18 Uhr im Kunstverein, Walsroder Straße 91A.