Politik, damit die Gesellschaft nicht verliert

Caren Marks (von links), Dilek Yazgan und Gabriele Lösekrug-Möller zeigten beim AsF-Gesprächsabend beim AWO-Ortsverein an der Ostpassage politische Ziele auf. (Foto: G. Gosewisch)

AsF, Caren Marks und Gabriele Lösekrug-Möller boten Gespräch

Langenhagen (gg). Was aktuell in der Rentenpolitik auf Bundesebene in der SPD bewegt wird, erklärten die Politikerinnen Caren Marks und Gabriele Lösekrug-Möller bei ihrem Besuch der „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF)“, zu Gast in der AWO-Begegnungsstätte an der Ostpassage. Die Vorsitzende Dilek Yazgan hatte dazu eingeladen. „Meistens befassen sich Frauen erst mit dem Thema Rente, wenn sie das Renteneintrittsalter erreicht haben. Und dann ist es oft zu spät und sie stehen vor dem Problem der Altersarmut“, so ihre Meinung. Gabriele Lösekrug-Möller war in der vorangegangenen Legislatur Parlarmentarische Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Caren Marks ist Bundestagsabgeordnete im hiesigen Wahlkreis und in der laufenden Legislatur Parlarmentarische Staatssekretärin im Familienministerium. Beide sprachen sich für einen „geschlechterspezifischen Blick“ in der Sozialpolitik aus. Verbesserungen im Rentenrecht seien seitens der SPD schon in der vorangegangenen GroKo erreicht worden. „Das Vertrauen, dass Generationen zusammenhalten, ist ein starker Wert in der Gesellschaft“, betonte Gabriele Lösekrug-Möller. Ob und wie sich dieses Vertrauen verändert, stehe zur Untersuchung an, so ihr Hinweis. Sie erklärte: „Wenn sich junge Menschen als Verlierer fühlen, weil sie mehr in die Rentenkasse einzuzahlen haben als frühere Jahrgänge, am Ende ihrer eigenen Erwerbstätigkeit aber weniger bekommen, kann der Generationenvertrag bröckeln.“ Wie Caren Marks wies sie darauf hin, dass der Rechtsanspruch auf Grundversorgung nicht von jedermann in Anspruch genommen werde. Dem Prinzip nach müsse es daher statt des Antragsverfahrens mit Offenlegung der Vermögensverhältnisse automatisch Zuschläge aus der Rentenkasse geben. Bundespolitische Bestrebungen gebe es im Bereich der Rentenversicherungspflicht für Selbstständige und der finanziellen Aufwertung der sozialen Berufe. Für Caren Marks ist der richtige Weg bereits eingeschlagen, wie beispielsweise die Abschaffung der Ausbildungskosten für Erzieher. Auf Nachfrage von Christa Röder, Vorsitzende des hiesigen Seniorenbeirates, betonte sie, dass Verbesserungen als Prozess zu verstehen seien und eben ihre Zeit bis zur Realisierung bräuchten. Angestrebt werde seitens des Bundesfamilienministeriums beispielsweise auch, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz auf die Ganztagsschule zu erweitern. Dass die Verschiebung der Steuermilliarden zugunsten der sozialen Belange und Arbeit beim Einzelnen nicht spürbar ankomme, sahen alle Zuhörerinnen aus dem SPD-Ortsverein als Problem. Schade, dass sich Bürgerinteresse am politischen Gespräch nicht eingestellt hatte, nachvollziehbar an einem milden Freitagabend, jedoch eine verpasste Gelegenheit, der Bundespolitik eigene Ideen auf den Weg zu geben.