Politik müht sich um mehr Plätze

Umsteuern bei der Kinderbetreuung gefordert

Langenhagen (gg). Verlässlich wie jährlich wiederkehrendes Weihnachten melden Eltern ihre Kinder für den Besuch der Krippe, der Kita oder des Hortes an. Zentral erfasst werden die Anmeldungen in der Stadtverwaltung. Freie Plätze werden vergeben, überzählige Anmeldungen werden verwahrt. Was tun die Eltern, die in den Job wieder einsteigen müssen, aber keine Betreuungsplätze bekommen? Heidi von der Ah, Leiterin des Jugendamtes, verweiste in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses auf ihren aufgeräumten Arbeitsbereich: „Es gibt keine wütenden oder verzweifelten Eltern. Wenn es die gibt, schicken Sie sie zu mir. Viele ändern ihre Pläne, gehen doch später arbeiten oder binden Großeltern in die Betreuung ein. Wir finden für alle Bedürfnisse eine Lösung. Wenn ein Kita-Platz fehlt, haben wir ja noch die Tagesmütter.“ Eine andere Alltagserfahrung hat Christine Paetzke-Bartel, Leiterin des Mehr-Generationen-Hauses. Sie sagte: „Verzweifelte Eltern gibt es. Nach Abweisung im Jugendamt kommen sie zu uns und fragen, ob wir helfen können.“ Um Aufklärung bemühten sich die politischen Fraktionen. Jessica Golatka (CDU) sagte: „Ich möchte nicht, dass Mütter sich wegen fehlender Plätze umorientieren müssen oder erst später als geplant den Job wieder aufnehmen können.“ Dagmar Janik (SPD) und Maren Rietschel (Grüne) forderten einen Arbeitsbericht zu Kapazitäten im laufenden Jahr ein. Das bisherige Nachbessern der Stadtverwaltung, wenn sich steigender Bedarf abzeichnet, wollte auch Arndt Spicza nicht hinnehmen: „Das machen Sie seit 30 Jahren so? Unfassbar.“ Um vermittelnde Worte bemühte sich Susanne Wöbbekind (SPD), empfahl die Hinweise der Ratsmitglieder als Chance, zusätzliche Plätze aufbauen zu können.
In der nächsten Sitzung am Donnerstag, 14. Dezember, um 17.45 Uhr im Ratssaal, Marktplatz 1, soll es eine Präsentation zur Entwicklung der Betreuungsplätze geben, so die Zusage der Stadtverwaltung.