Politik und Kunst unter einem Dach

Hargen Depelmann (links) stellte den Mitgliedern der SPD Krähenwinkel die Galerie vor, die in diesem Jahr 35 Jahre besteht. Fotos: K. Raap
 
Ehrenbürgerin Waltraud Krückeberg (rechts) und SPD-Vorsitzender Marc Köhler ehrten Waltraut Brula für ihre 40-jährige Parteimitgliedschaft.

Hauptversammlung der SPD Krähenwinkel in der Galerie Depelmann

Krähenwinkel (kr). Da in diesem Jahr keine Neuwahlen anstanden und auch keine heftigen Diskussionen zu kommunalpolitischen Themen zu erwarten waren, überraschte Marc Köhler, Chef der SPD-Abteilung Krähenwinkel, mit der Wahl des Austragungsortes der Jahreshauptversammlung. Nach einem Gespräch mit Hargen Depelmann wurde die Versammlung in dessen in Krähenwinkel beheimateter Galerie verlegt. Das kam natürlich nicht von ungefähr, hatte doch Marc Köhler kürzlich einen Vorstoß zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum" gewagt. Konkret ging es darum, die Ortsmitte rund um die ehemalige Verwaltungsstelle mit einer Skulptur attraktiver zu gestalten. Der Ortsrat war sich einig, durchaus 20.000 Euro für ein Kunstwerk zu beantragen. Diese Vorhaben liegt zur Zeit allerdings noch auf Eis. Dass die Institution Depelmann bei einem Erwerb von Kunstwerken durch die Kommune eingebunden werden sollte, liegt auf der Hand. Die Krähenwinkeler Galerie hat sich in dem hart umkämpften Markt nicht nur in der Region Hannover durchgesetzt, sondern auch bundesweit und international glänzend behauptet. Hargen Depelmann informierte seine Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Friedhelm Fischer, über die Stärken seines Unternehmens, das einen perfekten Full-Service in Sachen Kunst liefert. Die 600 Quadratmeter große Galerie hält nicht nur eine Fülle von Kunstwerken vor, sondern bietet etablierten wie jungen Künstlern die Möglichkeiten zu Einzelausstellungen. Depelmann verkauft natürlich nicht nur Kunst, sein Angebot umfasst auch einen umfassenden Liefer- und Hängeservice sowie eine vorbildliche Bilderrahmenwerkstatt. Ein Markenzeichen der Galerie ist das "kleine Format". Hargen Depelmanns Konzept, seine Künstler zu bitten, Arbeiten einheitlich im Motivmaß von 20 x 20 Zentimetern anzufertigen, und damit gleichzeitig auch erschwingliche Arbeiten für Kunst-Einsteiger zu schaffen, ging voll auf. Auch nach 20 Jahren hat das "kleine Format" nichts von seiner Attraktivität verloren. Ein Aushängeschild der Galerie ist der vor zehn Jahren fertig gestellte Garten, der Skulpturen ein ganz besonderes Umfeld verschafft. Und in diesem Skulpturen-Garten, so kündigte Hargen Depelmann jetzt an, findet anlässlich des 35-jährigen Jubiläums seiner Galerie am 16. Juni eine umfangreiche Ausstellung mit Bildhauerarbeiten für Haus und Garten statt, verbunden mit einem Tag der offenen Tür.

Im Mittelpunkt der eigentlichen Jahreshauptversammlung stand die Ehrung von Waltraut Brula für 40-jährige Mitgliedschaft. Dass diese Auszeichnung von Langenhagens Ehrenbürgerin Waltraud Krückeberg vorgenommen wurde, hatte einen besonderen Grund. Denn bei Waltraut Brula handelt es sich um die Tochter von Krähenwinkels einzigem Ehrenbürger Alfred Oellerich. Ein engagierter Politiker, der 1948 bis 1953 und 1955 bis 1964 als Bürgermeister der Ortschaft unzählige Impulse gegeben hatte. Mit 27 Jahren wurde er 1929 in die Gemeindevertretung berufen. Als ihn die Nazis 1933 aus seinem Amt "entfernten" hatte er den Mut, sämtliche schriftlichen Unterlagen der Partei auf einem Dachboden zu verstecken. Der gelernte Buchdrucker hatte übrigens ab 1950 auf einer vorsintflutlichen Maschine die ersten Ausgaben des Langenhagener ECHO gedruckt, das damals noch Dorfbote hieß. Zum Auftakt der Hauptversammlung berichteten Abteilungs-Vorsitzender Marc Köhler und sein Vertreter und stellvertretender Ortsbürgermeister Hannes Milatz über ihre Arbeit im Stadt- und im Ortsrat. Dabei nahmen Themen wie die Kita- und die Hortsituation sowie die zügige Einführung der Ganztagsschule besonderen Raum ein. Die Schließung der Verwaltungsstelle, so betonte Marc Köhler, sei von der Bevölkerung inzwischen akzeptiert worden, ein Weiterführen von Verwaltungsstellen sei heute nicht mehr zeitgemäß. Viel Lob für "ihre gewissenhafte Arbeit", erhielt Brigitte Capelle, die den Kassenbericht vorlegte.