Politiker zögern Entscheidung hinaus

Der Rattenbesatz unter den RKS-Schulcontainern ist für Wilfried Kalis ein unhaltbarer Zustand.

Platzmangel an Schulen drängt, Ratten unter Schulcontainern

Langenhagen (gg). Stetig ansteigen wird die Schülerzahl in den nächsten zehn Jahren, an weiterführenden Schulen müsse es rund 500 Plätze mehr geben - so die Prognose der Stadtverwaltung, die den Mitgliedern des Bildungsausschusses in der jüngsten Sitzung nun Rätsel aufgab. Mit zusätzlichen Stühlen in bestehenden Gebäuden sei es nicht getan, es müsse gebaut werden. Doch die Standortauswahl habe weitreichende Folgen, so die Mahnung der Schulleiter Timo Heiken (IGS) und Mascha Brandt (IGS SÜD). Der Erfahrung nach gebe es derzeit unter Eltern ein abgestuftes Wahlverhalten. Wer an der IGS im Zentrum wegen fehlender Plätze abgelehnt wird, begnügt sich mit der IGS SÜD oder versucht es am Gymnasium. Eine IGS ist darauf angewiesen, unter ihren Schülern eine ausgewogene Mischung im Leistungsvermögen zu haben. „Sonst geht das Konzept des Lernens voneinander nicht mehr auf“, so die Mahnung von Timo Heiken mit Blick auf ein starkes Gymnasium, das derzeit besonders viele Anmeldungen zu verzeichnen hat. Matthias Brautlecht, Leiter des Gymnasiums, erklärte das Dilemma: „Der Elternwille gibt es vor. Wir müssen aufnehmen, dürfen nicht ablehnen wie die IGS. Da muss eine Lösung gefunden werden.“ Silke Kaune, Leiterin der Sekundarstufe eins am Gymnasium ergänzte: „Die Eltern sind sehr verzweifelt, weil es keine Durchlässigkeit gibt. Schüler müssten je nach Leistungsentwicklung die Schulform wechseln können, was in Realität aber blockiert ist, weil es keine freien Plätze an der IGS mehr gibt.“ Keine Zukunft im Elternwunsch hat dagegen die Realschule. Thomas Kelber, Leiter der Robert-Koch-Realschule, sagte: „Wir sind zweizügig und es wird weniger.“ Freie Plätze hätte auch noch die IGS SÜD. Mascha Brandt sagte: „Wir haben noch Potenzial.“ Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch mahnte die Ratsmitglieder zur Entscheidung zum Platzproblem, denn der anstehende Schulsanierungsumbau im Zentrum müsse daran ausgerichtet werden. Provisorien und Hängepartien beutelten Schüler und Lehrer derzeit an mehreren Standorten. Container statt Klassenräume gibt es vielerorts, Ratten hätten es sich darunter schon gemütlich gemacht, so der Protest von Wilfried Kalis seitens der RKS-Elternschaft. Durchringen konnten sich die politischen Fraktionen allerdings nicht zu einer Lösung des Platzproblems. Wo welche Schule erweitert, umgewandelt oder zusätzlich errichtet werden soll blieb unbeantwortet. Eine mögliche Elternbefragung zum Bedarf einer IGS in Kaltenweide wurde nicht auf den Weg gebracht. Dafür soll es erst noch Gesprächsrunden und Ortsratssitzungen geben – Verzögerungen, die Monika Gotzes-Karrasch verhindern wollte. Dass sie zudem weitere Standort-Prüfaufträge von der CDU bekam, ließ sie nicht unkommentiert: „Machen Sie das Fass nicht immer wieder neu auf!“