Politische Gratwanderung bleibt spannend

Die Empfehlung der Bauingenieure zu den möglichen Schulstandorten erläuterte Frank Stuckmann bei der Bürgerversammlung. (Foto: G. Gosewisch)

Machtwort zum Schulstandort ausgesprochen

Langenhagen (gg). Die politischen Hängepartie zum Thema Schulstandort spitzt sich zu. Nach wie vor steht die Entscheidung der SPD/Grünen-Ratsfraktion aus, ob Ersatz für das wegen Brandschutzmangel an der Konrad-Adenauer-Straße geschlossene Schulgebäude an der Theodor-Heuss-Straße neu gebaut wird oder nicht. Nun gab es einen Bürgerabend zum Thema, zu dem die SPD-Abteilung eingeladen hatte. Frank Stuckmann, Vorsitzender der Abteilung, sagte: „Wir möchten aufgrund einer solch weitreichenden Entscheidung für die Zukunft der Stadt ein Stimmungsbild einfangen und wünschen einen regen Gedankenaustausch, um das Für und Wider der verschiedenen Standorte.“ In einem Versammlungsraum an der Brüsseler Straße informierten Mitglieder der SPD-Abteilung über die Empfehlung des Bauingenieur-Büros Constrata, das seitens der Stadtverwaltung mit der Standort-Beurteilung beauftragt wurde. Dazu gab es harsche Kritik von Elternvertretern vor Ort. Sachverhalte seien verfärbt dargestellt. „Sie zeigen von der Variante 2 (Standort Theodor-Heuss-Straße) nur die Nachteile und von der Variante 1b (Schulzentrum bleibt wie es ist) nur die Vorteile!“, so der Vorwurf aus den Reihen. Dagegen verwehrte sich das SPD-Gremium: „Wir wollen nicht manipulieren. Das einfache Abnicken von Gutachten kann schief gehen.“ IGS-Schulleiter Timo Heiken sprach sich deutlich für die Auslagerung des Gymnasiums aus. Sein Hauptargument ist die Sicherheit der Schüler, die für ihn sonst nicht zu gewährleisten sei. Seine Anwesenheit in seiner Funktion als Bürger, nicht SPD-Ratsmitglied, betonte Wolfgang Kuschel, früherer IGS-Leiter. Er schloss sich Timo Heiken an, stellte mit dem Credo „Wir brauchen für vernünftige Pädagogik viel Platz, das geht mit Variante 1b nicht“ zudem ein moralisches Machtwort in den Raum. „Diese Argumente sind nicht neu. Zwei Drittel der SPD-Abteilung ist für Variante 1b“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Köhler am Rande im Gespräch mit dem ECHO.