Polo-EM ist abgesagt

Keine Europameisterschaft in Maspe

Kaltenweide-Maspe. Auch der zweite Versuch, diese vom Weltpoloverband, Federation of International Polo (FIP) mit Sitz in Buenos Aires inszenierte Polo-Europameisterschaft durchzuführen, ist aus wirtschaftlichen Gründen gescheitert. Das Projekt, das Championat innerhalb von sechs Monaten zu retten, ist dem Veranstalter aus Maspe/Langenhagen Wolfgang Kailing, Präsident des Niedersächsischen Polo-Clubs Maspe, misslungen. Auch die Region Hannover konnte nichts retten. Kailing folgt damit dem Polo-Park Zürich, der die Veranstaltung Anfang 2012 nach zweijähriger Planung zurückgab. "Während in unserem mitteleuropäischen Sommer ein Tief nach dem anderen seine Niederschläge abregnet, erhält der Niedersächsische Polo-Club in gleicher Dichte Sponsoringabsagen", so die Mitteilung aus der Presseerklärung.
Großes Polo-Pech ist das für die zehn qualifizierten Nationen. Diese haben ihre Teams bereits nominiert und die Reise ins Pferdeland für den 6. bis 16. September geplant. In den Startlöchern war Peter Kienast aus Wennebostel mit seinem Team der deutschen Qualifikation.
Traurig ist die Absage sicherlich auch für die Stadt Langenhagen, die sich mit dem EU-Projekt „Pferdestärken Langenhagen“ zu ihrem 700-jährigen Bestehen und den dazugehörigen Feierlichkeiten für den Polosport einsetzte und einer der ersten Unterstützer der geplanten Europameisterschaft war.
"Ich bin mir sicher, dass Herr Kailing - immer unterstützt von seiner Frau - diese Entscheidung nur sehr schweren Herzens getroffen hat. Herr Kailing hatte eine Vision, die er mitreissend anderen darzustellen wußte. Er hat sich monatelang mit unglaublichem Engagement der Sache verschrieben. Allerdings war der knappe finanzielle Rahmen kein Geheimnis", sagt Regine von der Haar, Projektleiterin Pferdestärken auf Anfrage des ECHOs.
Ebenfalls nicht stattfinden wird die geplante Ausstellung mit sechs Künstlern zum Thema Polo in der Galerie Depelmann.
„Ich war fasziniert von der Chance, eine EM nach Austragungsorten wie Paris, Rom und Wien nach Langenhagen zu holen. Unterschätzt habe ich die schlechten Voraussetzungen durch schon im Vorjahr verabschiedete Budgets, die Kurzfristigkeit und die negative öffentliche Stimmung nach Sponsoring- und Korruptionsaffären. Es tut mir leid, dass wir trotz der ideellen und materiellen Unterstützung vieler Polofreunde und Unternehmen diese EM absagen müssen. Eine bittere Enttäuschung für alle Betroffenen", so die Zusammenfassung von Kailing.
Tatsächlich kommen bei dem Konzept der Europameisterschaft zusätzlich zu den Kosten einer üblichen Veranstaltung, noch einmal circa 150 Prozent mehr Mittel zur Unterbringung von 200 Pferden, 40 Spielern mit Begleitung, Turnieroffiziellen und Pferdepflegern auf den Gastgeber zu.