Posaunenchor erhielt stehende Ovationen

Sie gründeten den Posaunenchor vor 25 Jahren: Hildegard Weis (von links), Ernst Schmidt und Uta Schott-Galas. (Foto: D. Lange)

Jubiläumskonzert in der Matthias-Claudius Kirche

Krähenwinkel (dl). Bekanntlich ist das menschliche Gedächtnis kein besonders zuverlässiger Zeitzeuge, deshalb gehen die Meinungen darüber auch auseineinander, welcher Choral oder welches Stück nun den musikalischen Beginn des Posaunenchors der Matthias-Claudius-Gemeinde markiert. Vielleicht ist das aber auch nicht so wichtig, vielleicht sind die Spuren, gewissermaßen die Fußabdrücke oder Klangspuren viel wichtiger, die die verschiedenen Chorleiter in den vergangenen 25 Jahren im Chor hinterließen und die zu dessen Entwicklung beigetragen haben. Festzumachen ist diese Entwicklung an der Gestaltung und dem ständigen Ausbau des Repertoires. Neben den Standards der traditionellen Choräle und der Klassik öffnete sich der Chor im Lauf der Zeit auch für die Popularmusik, die sowohl Swing, aktuelle Titel als auch Filmmusiken und Musicals mit einschloss. Der Song „Dream a little Dream of me“ von 1931 kann als Beispiel dafür gelten und ist eigentlich ein Swingklassiker, wurde aber einer breiten Öffentlichkeit erst durch die Version von den "Mamas & Papas" bekannt und erreichte später nach dem Einsatz in einem Werbespot sogar vordere Plätze in den deutschen Hitcharts. Diesen Song in der Bearbeitung für einen Posaunenchor zu hören, ist zumindest interessant. Die für das Jubiläumsprogramm ausgewählten Titel stellten eine Zusammenstellung der persönlichen Favoriten der jeweiligen Musiker dar und repräsentieren damit gleichzeitig auch die musikalische Bandbreite des Chors. Miriam Venz, die im Chor eigentlich Trompete spielt, fügte dem Klang des Bläserchors an der Kirchenorgel bei zwei Werken der Klassik eine weitere Klangfarbe hinzu. Das von ihr dargebotene Largo aus der Oper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel und das "Präludium & Fuge in C-Moll" von Johann Sebastian Bach begeisterten zu recht das Publikum, welches sich bei dem Chor unter der Leitung von Robert Klassen zum Abschluss mit stehenden Ovationen bedankte.