Positv denken

Es gibt Leute, die finden in jeder Suppe ein Haar.  Und es gibt andere, die finden an allem etwas Gutes.  Als Beispiel erzähle ich von einer kleinen Umfrage im Konfir-mandenunterricht: „Was gefällt dir an deinen Eltern am besten?“ Einer antwortet: „Dass sie mich oft loben.“
Die anderen starren ihn mitleidig an.
Da fügt er hinzu: „Meine dunklen Punkte weiß ich selber. Aber es gefällt mir, dass meine Eltern trotzdem eine gute Meinung von mir haben.“ Die Gruppe läßt nicht locker: „Ihr seid ja wohl eine Idealfamilie. Sie loben dich und du lobst sie. Wie im Bilderbuch.“ „Na und“, verteidigt sich der erste: „Konzentriert euch doch mal aufs Positive!“
Mit Gott könnte man es ähnlich machen. Im Psalm 113 heißt es: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn Vers 3 - Konzentration auf das Positive.
So etwa stelle ich mir »loben« vor: eine gute Meinung von jemanden haben, positiv über ihn reden. In diesem Fall also: etwas Gutes über Gott denken und sagen.
Den lieben langen Tag schaffe ich das allerdings nicht.
Ich helfe mir mit folgender Überlegung: Wenn viele Menschen da und dort an Gott denken, hin und wieder gut von ihm reden, dann ergibt das in der Summe eine Kette guter Gedanken und tatsächlich ein Lob Gottes von Sonnenauf- bis -untergang.
Eine großartige Vorstellung, finde ich: Irgendwo auf unserem Planeten scheint immer die Sonne. Irgendwo sind wahrscheinlich immer Menschen, die Gott loben. Irgendwo denkt immer jemand an das, was Gott Gutes in seinem Leben getan hat.
Mir gefällt der Gedanke, immer wieder einmal selbst so ein 'Jemand' zu sein.

Claus Venz, Pastor