Präventionsarbeit sichern

Die SPD-Vertreter sahen sich im Mehrgenerationenhaus um.Foto: G. Gosewisch

SPD will Verlängerung der Bundesförderung für Mehrgenerationenhaus

Langenhagen (gg). „Es ist höchste Zeit, um sich um die zukünftige Finanzierung des Mehrgenerationenhauses zu bemühen“, mahnt die Bundestagsabgeordnete in der SPD-Fraktion Caren Marks, die im Rahmen ihrer Patenschaft die Entwicklung des Mehrgenrationshauses (MGH) in Langenhagen seit Jahren begleitet. In einem Gespräch vor Ort mit Bürgermeister Friedhelm Fischer und mit Marc Köhler (Krähenwinkel) und Anja Sander (Langenhagen) bekräftigt Marco Brunotte aus seiner Erfahrung als Landtagsabgeordneter: „Mehrgenerationenhäuser gibt es bundesweit. Sie sind im Moment ein politisch sehr wichtiges Thema, weil die bisherige vom Bund getragene Finanzierung Ende 2012 ausläuft.“ Die Frage, wie der Anschluss gewährleistet wird, stelle sich sowohl auf Bundes- als auch auf kommunaler Ebene, so seine Information: „Bisher bekommt jedes Mehrgenerationenhaus in Deutschland pro Jahr einen Zuschuss von 40.000 Euro pro Jahr. Für das MGH Langenhagen leistet die Region einen Beitrag von 10.000 Euro. Die Stadt Langenhagen stellt das Gebäude und weitere Finanzmittel zur Verfügung, die sich in der Summe auf 32.000 Euro belaufen.“ Klar sei, dass die Verantwortung für den Fortbestand des MGH in Langenhagen, nicht nur auf kommunalen Schultern liegen könne. Eine Selbstfinanzierung des MGH sei illusorisch und ein Widerspruch in sich. Der Sinn der Angebote liege ja gerade darin, dass sie kostenfrei und daher annehmbar für die Teilnehmer sind. Planungssicherheit für die Mitarbeiter des MGH sei zu gewährleisten, da sei sich die SPD einig, so die Zusammenfassung von Marko Brunotte: „Wir wollen innerhalb der SPD am gleichen Strang ziehen. Es geht nicht an, dass man sich den ´Schwarzen Peter` zwischen Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene hin und her schiebt.“ Über das klare `Ja` zum Erhalt des MGH und dem wichtigen sozialen Angebot könne es keinen Zweifel geben, so die Überzeugung vor Ort. Berichte aus dem Alltag in der Leitung des MGH durch Gabriele Langemann und Gundula Ruge unterstrichen dies. Eine stetig wachsende Nachfrage des sozialen Angebots sei von den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern zu bewältigen. „Aus ersten Ansätzen entwickelt sich unglaublich viel.“, erklärt Gundula Ruge und weiter, „Ein Beispiel ist der Seniorengesprächskreis. Er wurde von Anfang an als Termin gut angenommen. Inzwischen haben sich Freundschaften unter den Teilnehmern entwickelt. Man tauscht sich aus, hilft sich untereinander und passt auch aufeinander auf. Statt Isolation gibt ein gelebtes soziales Netzwerk einen großen Halt.“ Von unschätzbarem Wert seien die sozialen Hilfestellungen, die übergreifend über die Generationen durch das MGH initiiert werden. Zwangslagen aus Armut und Ausgrenzung werden gelöst, weil Hilfe direkt nutzbar ist. „Das ist sinnvolle Präventionsarbeit.“, so die Einschätzung auch von Marc Köhler, „Wenn hier nur eine Familie aufgefangen wird, die sonst im sozialen Abseits stehen würde und deren Ausweglosigkeit zu den bekannten Risiken Erwerbslosigkeit oder sogar Kriminalität führt, dann hat sich die Einrichtung des MGH schon gelohnt.“ Wie umfangreich die Leistungen des MGH aktuell sind, belegt Gundula Ruge auch mit Zahlen: „Wir betreuen hier mit unseren verschiedenen Angeboten im Moment 700 Kinder, 800 Senioren und 500 weitere Personen, die im sozialen Abseits stehen. Bei der Diskussion um die Finanzen und um knappe Haushaltskassen beim Bund, in den Ländern und in den Kommunen sollte nicht vergessen werden, dass es hier um die Menschenwürde geht. Auch sozial benachteiligten Menschen steht eine Chance zu, sich in die Gemeinschaft einzubringen.“