Pragmatischer Pfundskerl und weltbester Ortsratsbetreuer

Zwei Urgesteine mit ihrem Chef: Bürgermeister Mirko Heuer (Mitte) lobte Helmut Büch (links) und Jens Monsen für ihr Engagement bei der und für die Stadt Langenhagen. (Foto: O. Krebs)

40 Jahre fast im Gleichschritt im Dienst: Jens Monsen und Helmut Büch

Langenhagen (ok). Sie sind die Zwillinge der Langenhagener Stadtverwaltung, die Fossile schlechthin. Und ihre Lebensläufe ähneln sich verblüffend. Helmut Büch (60) und Jens Monsen (59) haben jetzt gemeinsam ihr 40-jähriges Dienstjubiläum im Langenhagener Rathaus gefeiert. Nach dem Grundwehrdienst in verschiedenen Einheiten hat das Duo am 1. März 1979 im Langenhagener Rathaus begonnen. „Die beiden hatten sich noch mit einem handgeschriebenen Lebenslauf beworben“, verrät Bürgermeister Mirko Heuer, seit drei Jahren Chef der beiden Urgesteine. Büch habe sich durch die deutlich schönere Handschrift ausgezeichnet und sei daher häufiger für den Text im Goldenen Buch der Stadt zuständig gewesen.
Bei Jens Monsen sei ihm aufgefallen, dass er als Fahrer des Kommandeurs schon bei der Bundeswehr seine heimliche Leidenschaft ausgelebt habe. Gemeinsam legten sie 1982 die Laufbahnprüfung für den gehobenen Dienst ab, kletterten jeweils in verschiedenen Abteilungen die Karriereleiter rauf. Und noch eine Gemeinsamkeit: Beide lieben außergewöhnliche Haustiere. Büch ist ein Freund der Brieftauben, Monsen liebt seine Schildkröten. „Das sind die Behördenhunde“, sagt der leidenschaftliche Kartfahrer mit dem ihm eigenen lauten herzhaften Lachen. Einen Vierbeiner, mit dem er gern Gassi geht, nennt er dazu noch sein Eigen. Wie charakterisieren seine Kollegen den Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Langenhagen? Hektisch, immer auf dem Sprung und ständig unter Strom – so nur einige der Attribute. Für jemanden, der Grundstückdeals einfädeln muss, nicht unbedingt die schlechtesten Voraussetzungen. „Jens Monsen hat 1.000 Sachen im Kopf und ständig was am Laufen, darüber hinaus ein Super-Zahlen- oder Namensgedächtnis“, beschreibt Mirko Heuer den Super-Netzwerker. Er habe Langenhagen zu einer Leuchtturmposition bei der Wirtschaftsförderung verholfen. Und wie sieht der Bürgermeister Jens Monsen? „Er ist ein kreativer, pragmatischer Pfundskerl, auf den ich mich jederzeit verlassen kann“, spart Mirko Heuer nicht mit Lob.
„Geburtstagskind Nummer zwei“: Helmut Büch, den „weltbesten Ortsratsbeteuer mit der messerscharfen Zunge und der Sonntagsschönschrift“ bezeichnet Mirko Heuer als „Fels in der Brandung“. Er liebe seine Kurzprotokolle und seine „mit Liebe formulierten“ E-Mails. Heuer schätzt Büch, der einen Hang zum Sarkasmus und zur Ironie hat, für seine „ehrliche, stets sachliche und pointierte Kritik“, hebt seinen Hang zu Heimwerken hervor und gibt zu, dass er Büchs Kurzprotokolle liebe. Zwei ganz unterschiedliche Typen, die aber eine Gemeinsamkeit auszeichne: Das Engagement für und die Verbundenheit mit der Stadt – in guten wie in schlechten Zeiten.
Für Stadtbaurat Carsten Hettwer sind Helmut Büch, Abteilungsleiter der Bauverwaltung  und Jens Monsen wie Immobilien, die auch als Beton-Gold bezeichnet werden. „Behaltet eure gute Laune und bringt weiter Leben in die Verwaltung gab er ihnen mit auf den Weg.“ Für den Personalratsvorsitzenden Peter Kleinsorge sind gerade die Schildkröten Monsens ein Sinnbild für Beständigkeit.
Monsen und Büch dankten ihren Teams, dass sie es bisher solange mit ihnen ausgehalten haben. Sie hätten trotz manch „destruktiven Impulses von außen“ nichts bereut und nichts versäumt. Insofern trifft ein Sprichwort des chinesischen Philosophen Konfuzius wie die Faust aufs Auge bei dem städtischen Duo : „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du musst keinen Tag mehr arbeiten.“