Predigt mit Lautsprechern draußen zu hören

Der Treffpunkt: Das Gemeindehaus wurde am 18. August 1991 eingeweiht.Foto: O. Krebs

Riesenandrang bei Einweihung der Matthias-Claudius-Kirche am 14. Juli 1963

Krähenwinkel/Kaltenweide (ok). Am Anfang war die Gemeinde, dann kam die Kirche. 1960 lag die Gemeindezahl im damaligen Gemeindebezirk, der noch zu Elisabeth gehörte, bei 3.600 – eine neue Kirche musste dringend her. Gesagt, getan: Der Bauantrag wurde am 22. Juni gestellt; der Landkreis genehmigte ihn kurz vor Weihnachten. 1961 spaltete sich die Matthias-Claudius-Gemeinde dann von ihrer Muttergemeinde ab. In den darauf folgenden Jahren ging es dann Schlag auf Schlag: 1. März 1961 – Gründung eines Kirchenbauvereins, der Spenden für den Bau sammeln sollte. Elisabeth erringt die Kosten für Rohbau und Innenausstattung; die neue Gemeinde muss für Orgel, Glocken und künstlerische Gestaltung aufkommen. Am Himmelfahrtstag, 11. Mai, ist Grundsteinlegung, am 1. Januar 1962 erfolgt die endgültige Trennung von der Elisabethgemeinde; die Matthias-Claudius-Gemeinde erlangt ihre Selbstständigkeit. Die weiteren Eckdaten: 10. August 1962 Richtfest, 14. Juli 1963 Einweihung.
Die Kirchenvorstandsmitglieder, die in Krähenwinkel und Kaltenweide wohnten, bildeten den ersten Kirchenvorstand der Matthias-Claudius-Gemeinde: Heinrich Thürnau, Fritz Engelke, Heinz Gitschel und Bernhard Seidel; Pastor war Dieter Serke.
Die Orgel mit 1.500 Pfeifen erklang das erste Mal am 31. Oktober 1967, bereits fünf Jahre zuvor – am 29. Oktober 1962 – waren die drei Bronzeglocken feierlich eingeholt worden.
Kostenpunkt für die Orgel: 60.000 Mark; 40.000 Mark sind von der Gemeinde als Spende aufgebracht worden.
Bei der Einweihung der Kirche am 14. Juli 1963 war der Andrang so groß, dass die Predigt mit Lautsprechern nach draußen übertragen werden musste.
Die ersten größeren Ereignisse: erste Hochzeit 19. Juni 1963 Brunhilde und Uwe Ehrhardt; erste Taufe 21. Juli 1963 Rainer Pigors; zweite Taufe 28. September Anette Eberhardt.
Die Gemeinden Maspe, Twenge und Hainhaus, die bis dahin zur Michaelisgemeinde in Bissendorf gehörten, kamen am 1. Juli 1965 zur Matthias-Claudius-Gemeinde.
Im März 1972 übernahm Pastor Heinz-Gerhard Weis das Pfarramt, eröffnete am 16. Juni zusammen mit Dorle Thürnau und Saskia Theuerkauf die Gemeindebücherei. Und feierte zwei Jahre darauf ein bedeutendes Ereignis in seiner Kirche, nämlich sein eigene Hochzeit mit Helga Witt. Die Jahre ab 1985 stehen ganz im Zeichen der Kreativität und Erneuerung.
Am 25. Oktober 1985 wird auf dem Kirchturm, der zuvor saniert wurde, ein vergoldetes Kreuz gesetzt. Um auf die Kirchturmspitze zu gelangen, war es nötig einen Autokran einzusetzen. Die mit dem Aufstellen des Kreuzes beendete Sanierung wurde musikalisch vom Musikcorps umrahmt.
Ein weiteres „Bauvorhaben“ kreativer Arbeit ist das schöne Buntglasfenster der Kirche.
Am 29. September 1985 stellt der gebürtige Thüringer Künstler Conrad von Witzleben-Wurmb aus Isernhagen, seinen Entwurf dem Kirchenvorstand und der Gemeinde vor.
Nach 3 Jahren ohne Bauphase, steht das nächste Projekt an. Die Gemeinde ist so gewachsen, dass dringend größere Räumlichkeiten gebraucht werden. Am 10. September 1989 stellt der Architekt Reiner Godorr einen Entwurf für das Gemeindehaus vor. Auch dieser Bau sollte teilweise aus Spenden finanziert werden. Am 30. September 1990 wurde der Grundstein gelegt. Pastor Weis mauerte das Rohr, in dem sich eine Tageszeitung, ein paar Münzen und die Baupläne befinden, zu.
Die Bauarbeiten gingen zügig voran, und am 6. Dezember 1990 wurde schon Richtfest gefeiert. Am 18. August 1991 war es dann so weit, das neue Gemeindehaus wurde feierlich eingeweiht.
Das nächste Highlight kam im Oktober 1992. Der Steinbildhauer und Steinmetzmeister Uwe Spiekermann schenkt der Gemeinde einen Brunnen. Dieser wird vor dem Gemeindehaus aufgestellt. Uwe Spiekermann nennt seine Brunnenskulptur, die er in beachtlichen 300 Arbeitsstunden geschaffen hat, Mutter-Kind-Komposition. Die Skulptur wurde aus Muschelkalkstein gefertig.
Nach Querelen musste Pastor Weis 1995 gehen; Ilka und Burkhard Straeck treten nach einer langen Übergangsphase 1999 von vier Jahren als „offizielle Pastoren“ die Nachfolge an. Sie bringen sich sehr aktiv in die Gemeinde ein und werden schnell zu Sympathieträgern, beliebt über die Grenzen Krähenwinkels und Kaltenweides hinaus. In ihre Amtszeit fallen zum Beispiel der lebendigen Adventskalender (2003), die erste Waldseetaufe (September 2003) mit sieben Kindern im Alter von zwei Monaten bis zehn Jahren. Auch das erste Friedenslicht aus Stadl Paura wurde zu Beginn ihrer Ära in Krähenwinkel geholt. Das Pastorenehepaar wechselte im Januar 2010 nach Grasdorf und Laatzen, Pastor Paul-Martin Gundert übernahm zwischenzeitlich die Vakanz. Seit August 2010 besetzen Dorothee Renner-Venz und Claus Venz die Pfarrstelle. Zum Team gehören außerdem noch die beiden Diakoninnen Beate Harms und Beate Granobs.