Probieren geht über studieren

Die Wärmebildkamera kommt auch zum Einsatz. Die Auszubildende Lea Pufke bringt den Mädchen und Jungen das Schornsteinfegerhandwerk näher.Foto: O. Krebs

IGS-Neunklässler nehmen Einblick in praktische Berufsweltorientierung

Langenhagen (ok). „Ich möchte gern VW oder Conti“. Ein Satz, den Sabine Küchler vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und Berufsberaterin Andrea Krause-Grund nicht selten hören. Diese beiden großen Konzerne üben anscheinend eine magnetische Wirkung auf Jugendliche aus, die einen Ausbildungsplatz suchen. Dabei gebe es jede Menge vielfältige Alternativen, auch oder sogar gerade im Handwerk. Bei der praktischen Berufsorientierung –eine Premierenveranstaltung in der IGS Langenhagen – konnten die Mädchen und Jungen aus den neunten Klassen zwischen verschiedenen Berufen im sozialen, kaufmännischen und handwerklich-technischen Bereich wählen. So hatten sie die Möglichkeit, sich Berufen zu öffnen und einen Einblick in verschiedene Ausbildungs- und Arbeitsgebiete zu bekommen. Und dabei ging es an 20 verschiedenen Stationen nicht nur theoretisch zu, sondern mit Unterstützung der Ausbilder und anderer Auszubildender stiegen die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler auch praktisch ein. Probieren geht bei dem Projekt „Praktische Berufsweltorientierung“, das von Koordinierungsstelle Berufsorientierung im Niedersächsischen Kultusministerium initiiert worden ist, oft über studieren. Ausbildungslotsin Silke Meyer und Jahrgangsleiter Ulrich Wulbrand wollen den Jugendlichen deutlich machen, dass eine Berufswahl – zumal sie lediglich maximal drei Jahre dauert – niemals eine Einbahnstraße ist. Wulbrand: „Es gibt zum Beispiel immer noch die Chance, ein Studium aufzusatteln.“