Programm als Balanceakt

Maria Lohaus (links) und Shirin Schikowsky in der Ausstellung, die noch bis zum 22. April im Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße zu sehen ist. (Foto: G. Gosewisch)

Anspruchsvolle Botschaften beim Frauenkulturfest

Langenhagen (gg). Es ist ein inzwischen fester Termin im Langenhagener Jahreskalender: Das VHS-Frauenkulturfest wird am Freitag nach dem Weltfrauentag mit einer Mischung aus Politik, Kultur und Kunst gefeiert. Organisatorin Shirin Schikowsky, VHS-Programmbereichsleiterin für kulturelle Bildung, moderierte die Veranstaltung im Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße unter dem Motto „Frauen, Werte, Wandel“. Konzeptionell wird das Programm von Frauen gestaltet, richtet sich auch an Männer und orientiert sich an der Botschaft des Weltfrauentags, für die Chancengleichheit und Frieden einzutreten. „Das Programm ist ein Balanceakt, denn wir wollen die kulturelle Leistung von Frauen feiern, haben aber auch den Kampf gegen Ungerechtigkeit gegen Frauen vor Augen“, sagte Shirin Schikowsky einleitend. So gab es beim Frauenkulturfest drei Teile. Zunächst beschrieb die Künstlerin und Kuratorin Anna Grunemann das künstlerische Werk von Maria Lohaus. Ihre Ausstellung mit dem Titel Verständigung ist noch bis zum 22. April im Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße zu sehen. Vielfältige Symbolik ist in den Werken zu analysieren. So widmet sich die Künstlerin beispielsweise der Kreisform, dem Streben nach Ganzheitlichkeit oder dem Kelch, der ein Symbol für die Weiblichkeit sein kann. Allen Werken gemeinsam ist, dass es Verwerfungen gibt. Der Betrachter ist gefordert, diese zu erkennen. „Hier setzt der geistige Dialog ein“, erklärt Maria Lohaus im Gespräch mit dem ECHO. Besonders gern arbeite sie mit transparenten Schichten. Das durchscheinende Licht wird zum Dialogpartner zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.
Der zweite Programmteil des Frauenkulturfestes war die Lesung der bekannten Journalistin und Autorin Maria von Welser. In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Böhnert stellt sie ihr neues Buch „Wo Frauen nichts wert sind“ vor. „Ich erzähle Ihnen nur das, was ich selber recherchiert habe“, so der Beginn ihrer Dokumentation zu der Kultur in Afghanistan, Indien und Kongo. Zur Motivation ihrer Arbeit gab sie an, seit ihrer ZDF-Reportagen zum Jugoslawischen Bürgerkrieg tief betroffen zu sein von dem Unrecht, dass beispielsweise mit den Massenvergewaltigungen systematisch an Frauen verübt wird. Sie will aufklären, ist seit Sommer 2010 Ostasien-Korrespondentin für die ARD. Sie setzt sich seit Jahrzehnten für Frauenrechte ein, wurde im Jahr 1988 bekannt als Gründerin des ersten Frauenjournals mit politischem Anspruch „ML Mona Lisa“ im ZDF. Sie ist seit 1995 Mitglied des Deutschen Komitees für Unicef und wurde im April 2008 zur stellvertretenden Vorsitzenden von Unicef-Deutschland gewählt.
Der dritte Programmteil des Frauenkulturfestes diente der Geselligkeit. Das Saxophon-Quartett Sistergold bot in seinem Programm Glanzstücke ein übermütiges Konzert – eine Mischung aus den Genres Pop, Jazz und Soul.