Projekt „Elisenstraße“ holt den „Kulturkometen“

Überzeugte die Fachjury mit der Idee der "Elisenstraße" – ein Projekt, das in die ganze Schule wirkt: die IGS Langenhagen mit ihrem siebten Jahrgang in Kooperation mit dem Theater Löwenherz.

IGS Langenhagen teilt sich 10.000 Euro Preisgeld mit zwei anderen Schulen

Langenhagen/Hannover. 26 Bewerbungen gab es, drei Projekte wählte eine achtköpfige Fachjury als Sieger aus und eins davon kommt von der IGS Langenhagen. Die fiktive Geschichte der jüdischen Familie Stern und anderer Bewohner der ebenfalls fiktiven Elisenstraße in der Zeit von 1933 bis 1945 war Thema eines theaterpädagogischen Projektes der Integrierten Gesamtschule (IGS) Langenhagen. 180 Schüler des damaligen Jahrgangs sechs, Fach- und Klassenlehrer waren fünf Wochen lang intensiv darin eingebunden. Das Projekt vereinte die Fächer Geschichte, Gesellschaftslehre, Religion und Deutsch in einem einzigartigen interdisziplinären Modell.
Unter der Leitung des Theaterpädagogen Hendrik Becker vom Theater Löwenherz schlüpften die Schüler in die Rollen verschiedener Bewohner der Elisenstraße. So lernten sie das Leben und wichtige Ereignisse zur Zeit des Nationalsozialismus kennen und konnten sich in die Charaktere von Fürsprechern, Verfolgten und Gegnern des Regimes einfühlen. Ihre Empfindungen und Gedanken hielten die Schüler in Form von Briefen, Tagebucheinträgen und Berichten aus Sicht ihrer Figuren fest. Höhepunkt des Projektes war die Präsentation der Ergebnisse in der vollbesetzten Aula der IGS. Zusätzlich entstand ein 60-seitiges Magazin mit den Texten der Schüler, Hintergrundmaterial und Fotos. „Ein ebenso kreatives wie hochwertiges Theater- und Schreibprojekt, das ein schwieriges Thema schülergerecht bearbeitet“, findet die Jury, „das Projekt wirkt in die ganze Schule.“ Möglich wurde dies durch das herausragende Konzept des Theaters Löwenherz. 25 Schulen haben sich für den Preis, der alle zwei Jahre ausgeschrieben wird, beworben. Der achtköpfigen Fachjury fiel es nicht leicht, ihre Favoriten auszuwählen. Letztendlich entschied sie sich für drei Projekte, unter denen der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis aufgeteilt wird: das Hannah-Arendt-Gymnasium Barsinghausen für die Ausstellung „Joyeux noël“, die IGS Langenhagen für das Theater- und Schreibprojekt „Die Elisenstraße“ sowie die Goetheschule Hannover für das Commedia dell’arte-Stück „Mirandolina“. Die drei herausragenden Kulturprojekte an Schulen in der Region Hannover haben die Stiftung Kulturregion Hannover und die TUI-Stiftung jetzt bei einer Festveranstaltung im Ballhof 1 in Hannovers Altstadt mit dem „Kulturkometen“ ausgezeichnet. Der Preis ist zum zweiten Mal vergeben worden und mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Geld, das für weitere Projekte dieser Art gut gebraucht wird.
„Die Siegerprojekte vermitteln auf inspirierende Art und Weise kulturelle Bildung an junge Menschen und gehen mit leuchtendem Beispiel voran“, freut sich die Jury,
 „Schulen und Lehrer nehmen extrem viele Aufgaben wahr und stehen daher oft am Limit“, meint die Geschäftsführerin der Stiftung Kulturregion Hannover, Anja Römisch, „trotzdem entstehen viele großartige Kulturprojekte, die wir mit dem Preis Kulturkometen belohnen möchten – weil uns die Kultur und ihre Zukunft einfach am Herzen liegen.“
 Elke Hlawatschek, Generalsekretärin der TUI-Stiftung, fügt hinzu: „Auch in diesem Jahr haben die Bewerbungen gezeigt, dass kulturelle Bildung in Schulen trotz aller Schwierigkeiten gelingen kann, und mitreißende, innovative Projekte durch das Engagement von Lehrern und Schule entstehen können.“