Quergedacht

Siehe ich mache alles neu!

Es hat mich doch ein wenig erstaunt und sehr gefreut: In einer Umfrage wurden acht- bis elfjährige Kinder gefragt, wer denn besonders beliebt ist. Ich bin davon ausgegangen, es sind die gut aussehen, die sich nichts gefallen lassen oder die teure Klamotten tragen. Da lag ich ziemlich daneben. Diese Dinge zählen bei Kindern wenig. Kindern ist es sehr wichtig immer zu den Freunden zu halten und anderen zu helfen. An dritter Stelle steht: viel lachen und lustig sein. Es scheint ganz anders zu sein: In einer Welt in der es heißt, haste was, biste was, eine Ellenbogenmentalität vorherrscht sagen und leben Kinder ganz was anderes: Es zählt nicht derjenige, der viel hat und sich immer (mit Gewalt?) durchsetzt.
Kinder sind unsere Zukunft heißt es. Wenn diese Kinder, die lustig sind und lachen und anderen helfen unsere Zukunft sind dann ist mir nicht bange.
Im letzten Teil der Bibel in der Offenbarung heißt es: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; ….Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen… Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu.
Es ist ein Hoffnungs- und Zukunftstext. Einen Teil dieser Zukunft nehmen die Kinder heute schon vorweg. Sie leben uns schon heute vor, was es bedeuten kann, wenn die Hütte Gottes bei den Menschen steht: Sie leben es vor, wenn die Kinder lustig miteinander spielen, wenn sie ihre Streitigkeiten oft selbst und schnell schlichten. Sie leben es vor, wenn sie lachen und die Traurigkeit wegnehmen. Oft wundere ich mich, wie schnell bei Kindern Traurigkeit verfliegt, die Tränen getrocknet sind wo wir Erwachsenen doch so viel und oft klagen. Die Zeit des neuen Himmels und der neuen Erde kann schon jetzt anbrechen, wenn wir Kindern zuschauen und auch von ihnen lernen. Das Lachen, die Freude und die Hilfsbereitschaft der Kinder ist ansteckend.
Von Herbert Grönemeyer stammt das Lied: Kinder an die Macht.
Darin heißt es:
Die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht.

Holger Hornbostel, Diakon, Langenhagen