Quergedacht

Gottesdienst und Handel passte zusammen

„Wie, bitte, komme ich zur Messe?“ - Vergangene Woche war dies sicher eine der am häufigsten Fragen in und um Hannover. Viele hatten nur ein Ziel: Die Hannover Messe 2013. Vielleicht wurde zufällig einem Katholiken diese Frage auf seinem Weg in die Kirche, zur Messfeier, gestellt. Er hätte vielleicht geantwortet: „Kommen Sie mit mir mit, da will ich auch hin.“ Am Ziel angekommen wird sich der Messegast bestenfalls gewundert haben. Beide Gesprächsteilnehmer waren aber, so wissen wir, im Recht. Die Messe war ihr Ziel. „Messe“, ein Begriff, mit mehreren Bedeutungen.
Wie entwickelte sich diese Begriffsgleichheit? Schauen wir zurück in die mittelalterliche Geschichte. Damals bezeichnete man einen mehrtägigen Waren oder Geldmarkt, der einmal oder an mehreren bestimmten Tagen im Jahr abgehalten wurde, als Jahrmarkt, Kirmes oder Messe. Um die angebotenen Waren einem breiten Publikum anbieten zu können, wurden die Messen mit einem kirchlichen
Feier- oder Festtag verbunden, der mit der heiligen Messe gefeiert
wurde. Daher der Name. So entstanden die Oster-, Pfingst- und Weihnachtsmärkte. Später wurden die Messen Anlaufpunkt des Fernhandels. In Deutschland entstanden an den Schnittpunkten großer Handelswege Messen in Leipzig, Frankfurt am Main und Köln. Im Jahr 1947 wurde in Hannover die Deutsche Messe- und Ausstellungs AG gegründet. Der Beginn, der regelmäßigen Hannover Messen. „Messe“ ist aber auch die Bezeichnung für die wichtigste gottesdienstliche Feier in der katholischen Kirche. Nach ihrem Verständnis ist die Feier der heiligen Messe eine Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu Christi und zugleich Gedächtnis seines Kreuzestodes. Die Liturgie endet mit den lateinischen Worten „Ite, missa est!“. „Gehet hin in Frieden“, wörtlich „Geht hin, es ist die Aussendung!“ - aus „missa“ wurde „Messe“. Nun wissen auch Sie, was die Heilige Messe mit der Hannover Messe verbindet.


Wolfgang Frost, Gemeindereferent der katholischen Liebfrauen Gemeinde