Quergedacht

Dilemma, Liebe, Schuld und Bezahlung

Zwei gute Freunde gingen zusammen zur Schule und später auf die Universität. Danach trennten sich ihre Wege und sie verloren sich aus den Augen. Der eine wurde Richter, während der andere auf die schiefe Bahn geriet und zum Kriminellen wurde. Eines Tages wurde der Kriminelle dem Richter vorgeführt. Er hatte ein Verbrechen begangen und war geständig. Der Richter erkannte seinen Jugendfreund wieder und stand nun vor einem Dilemma. Als Richter musste er Gerechtigkeit walten lassen; er konnte den Mann nicht einfach laufen lassen. Andererseits stand hier sein Freund vor ihm, den er gernhatte und den er nicht bestrafen wollte. Schließlich verhängte er eine Geldstrafe, die der Schwere der Tat angemessen war. Damit war der Gerechtigkeit Genüge getan. Anschließend verließ er seinen Platz, ging zu seinem Freund und stellte ihm einen Scheck in gleicher Höhe aus. Somit bezahlte er die Strafe für ihn. Das war Ausdruck seiner Liebe.Genau so können wir uns auch das Dilemma vorstellen, in dem Gott steckte. Der Mensch wollte alles selbst bestimmen und ohne Gott zurechtkommen. So das kurze Fazit der ‚Adam und Eva Geschichte‘. Und dann brauchen wir nur einen Blick auf die täglichen Nachrichten werfen um zu erkennen, dass wir Menschen ziemlich oft das tun, was Gott nicht gefällt. Und was das ist, können wir ziemlich genau in den zehn Geboten und noch genauer in den vier Evangelien der Bibel nachlesen. Der Gerechtigkeit wäre keine Genüge getan, es wäre nicht richtig, wenn Gott einfach sagt: „Alles nicht so schlimm. Ich gucke einfach weg. Egal was ihr Menschen tut, es spielt keine Rolle.“ Es spielt eine Rolle und trotzdem ist die Welt, sind wir Menschen seine geliebten Geschöpfe. Genauer: Seine geliebten, zur Strafe verurteilten Geschöpfe. Aber weil Gott jeden Menschen liebt und kein Mensch die Strafe absitzen oder bezahlen kann, hat Gott einen Weg geschaffen, der seine Liebe beweist und unsere Schuld bezahlt. Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt beschreiben die wichtigsten Stationen von Gottes Weg, der einen Name hat: Jesus. Wie bei dem Scheck, den der Richter seinem – auf die schiefe Bahn geratenen – Freund anbietet, so ist es auch mit Gottes schuldausgleichendem Weg Jesus: Beides muss angenommen und eingelöst werden. Denn beides ist ein Angebot, ein Geschenk. Beide müssen angenommen oder ausgepackt werden. Und das kann nur jeder Mensch ganz persönlich. Ein eigenes Ja finden zu dem Gott der Bibel und zu Jesus. Und, wie sieht es mit ihrem Ja aus? Das Johannes Evangelium 3,16 fast meine Worte wunderbar zusammen: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“




Marc Gommlich, Pastor