„Radfahrer sind Freiwild“

Bürgermeister Mirko Heuer (links) und Stadtbaurat Carsten Hettwer informierten im Dorfgemeinschaftshaus zum Straßenbau an der Resser Straße. (Foto: G. Gosewisch)

Streit um Straßenbau-Pläne, Anlieger wehren sich

Engelbostel (gg). Der Bau des Fußwegs und eines Fahrrad-Schutzstreifens an der Resser Straße, im Bereich Hausnummern 4 bis 24, war nun Thema einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus. Die Stadtverwaltung hatte eingeladen, um die Maßnahme zu erklären, denn bevor es losgeht, müssen die Anlieger ihre Zäune und Gartenbepflanzung entfernen, die über die eigenen Grundstückgrenzen hinweg auf städtischem Grund stehen. Über die vermeintlich unstrittige Ausgangslage wurde heftig diskutiert, denn einige Anlieger haben die besagten Zäune gar nicht selber errichtet, sehen die Handlungspflicht nicht bei sich, sondern bei den Vorbesitzern der Immobilien oder auch bei der Stadtverwaltung. „Warum ist die Aufsicht nicht eingeschritten, als die Zäune gebaut wurden?“, so der Tenor unter den Anliegern zum aus ihrer Sicht inzwischen längst eingetretenen Gewohnheitsrecht. Es folgte ein Hickhack zwischen Stadtbaurat Carsten Hettwer und den Anliegern: Wann wer einen Antrag auf Vermessung hätte stellen müssen, wurde leidlich geklärt. Ob Versäumnisse auf der einen oder anderen Seite das grundsätzliche Eigentumsrecht berühren, wollen einige Anwohner rechtlich klären lassen. „Was wollen Sie denn? Städtischen Grund weiterhin als ihr Eigentum benutzen?“, fragte Stadtbaurat Carsten Hettwer. Bürgermeister Mirko Heuer appellierte an die Vernunft: „Ist es gut so, wie es jetzt ist? Was könnte besser werden?“ Die Antwort der Anlieger war einstimmig: „Ruhiger soll es werden. Doch so, wie der Straßenausbau geplant ist, wird es lauter.“ Erfahrungen gebe es in anderen Kommunen zu den Folgen von Fahrradschutzstreifen. Nicht der gewünschte Schutz für Radfahrer trete ein, sondern erhöhte Reifengeräusche beim Überrollen der Fahrbahn-Markierung in dicker Schicht. Während Bürgermeister Mirko Heuer auf den ADFC-Expertenrat verwies, erklärte Carsten Hettwer das Prinzipielle der Straßenverkehrsordnung: „Radfahrer dürfen hier nicht auf dem Gehweg fahren.“ Warum auf genau dieser Ausbaustrecke (300 Meter) Radfahrer geschützt werden müssen, davor und dahinter aber kein Schutzkonzept geschaffen wird, wollten die Anlieger nicht einsehen. Lebensmüde sei, wer auf der Resser Straße Rad fahre. „Im Schwerlastverkehr sind Radfahrer Freiwild“, so ein Zwischenruf, den Mirko Heuer umkehrte: „Grund genug, dass etwas verändert wird.“
Die Straßenbau-Maßnahme wird in der nächsten Ortsratssitzung am Dienstag, 7. Februar, um 19 Uhr in der Gaststätte Zur Post, Hannoversche Straße 182, diskutiert. Ob der Fahrrad-Schutzstreifen Sinn macht, will Ortsbürgermeisterin Bettina Auras erörtern.