Reizvolle Ansätze mit pädagogischen Aspekten

Diskutierten über die Entwürfe der Hildesheimer Studenten: Stadtbaurat Carsten Hettwer (links) und Matthias Brautlecht, Schulleiter des Gymnasiums.

14 Entwürfe für Neubau an der Rennbahn sind jetzt im Gymnasium zu sehen

Langenhagen ​Wird es ein einziges Gebäude sein? Wie wird es aussehen? Wo kommt die Sporthalle hin? Und wo der Parkplatz? Über all diese Details werden sich jetzt jene 20 Architekturbüros Gedanken machen, die seit Dienstag offiziell für den Wettbewerb um das neue Langenhagener Gymnasium zugelassen sind. „145 Büros haben sich die Unterlagen abgeholt, 81 davon tatsächlich eine Bewerbung abgegeben, zwei davon sogar aus dem europäischen Ausland.“ Diese Zahlen hat Stadtbaurat Carsten Hettwer am Dienstag dem Technischen Schulbauausschuss überbracht. Fünf Büros hatte die Stadt bereits zuvor als Teilnehmer gesetzt, zwei erlangten als „junge Büros“ eine besondere Beachtung. „Die übrigen 13 haben wir heute aus den 79 Bewerbern ausgelost und benachrichtigt.“
Bis Mitte Mai, so Hettwer, hätten die Architekten nun Zeit, ihre Entwürfe einzureichen sowie im Anschluss ihre Modelle zu produzieren. „Am 15. Juni wird die Jury tagen.“ Danach werden alle Arbeiten im Gymnasium ausgestellt. Die Preisträger des Wettbewerbes werden im Anschluss ein sogenanntes VGV-Verfahren durchlaufen, in dem noch einmal Details der Umsetzung passgenau auf die konkreten Schulbedürfnisse und Kostenrahmen verändert werden können. „Wir rechnen damit, den Auftrag Ende September vergeben zu können, und im zweiten Quartal 2019 mit dem Bauantrag.“
Welche Aufgaben tatsächlich von den Architekten und Planern umzusetzen sind, davon können sich aber schon jetzt Schüler, Eltern, Lehrkräfte sowie „ausdrücklich alle interessierten Langenhagener“ im Gymnasium selbst ein Bild machen. Dort sind seit Mittwoch alle 14 Entwürfe auf Stellwänden im H-Trakt ausgestellt, die von Architektur-Studenten der Hochschule für Wissenschaft und Kunst in Hildesheim im Mai 2017 erarbeitet worden waren. Stadtbaurat Carsten Hettwer, der dort als Dozent lehrt, hatte diese städtebauliche Aufgabe übermittelt, verknüpft mit allen Besonderheiten des Areals an der Rennbahn.
So müssen die Planer sich dort nicht nur mit der verkehrlichen Infrastruktur der Straße, der vielleicht künftigen Stadtbahn sowie des Flugverkehrs samt baulicher Beschränkungen auseinandersetzen. „Sondern natürlich auch mit dem nötigen Lärmschutz für die im Süden befindlichen Wohngebiete“, wie Hettwer am Mittwoch während eines Rundgangs mit Gymnasiums-Rektor Matthias Brautlecht erläuterte. Nicht alle Entwürfe haben dies berücksichtigt. Auch dass jeder Gebäudeflügel, der einem Jahrgang gewidmet ist, auch die prognostizierten sieben Parallelklassen bereithalten muss, ist nicht überall zu entdecken. Gleichwohl seien in allen Entwürfen reizvolle Ansätze zu entdecken, die die direkte Nachbarschaft zum großen Regenrückhaltebecken berücksichtigen oder auch pädagogische Aspekte der Lernlandschaften aufzeigten. „Wir wollen, dass sich alle Beteiligten beim täglichen Vorbeigehen mit der Entwicklung der neuen Schule auseinandersetzen“, betonte Brautlecht.
Diese Vorbereitung diene letztlich der „pädagogischen Vorprüfung“ im offiziellen Architektenwettbewerb durch eine vierköpfige Gruppe des Gymnasiums, an der Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter beteiligt sind. Brautlecht fehlt in dieser Runde, da er der Wettbewerbs-Jury angehört. Sie setzt sich aus fünf Fachpreisrichtern (professionelle Architekten und Planer ohne örtlichen Zusammenhang zu Stadt, Politik oder Schule) zusammen sowie vier Sachpreisrichtern, zu denen neben Brautlecht und Hettwer auch Bürgermeister Mirko Heuer sowie die stellvertretende Vorsitzende des Technischen Schulbauausschusses, die Grünen-Ratsfrau und ehemalige Lehrerin Ulrike Jagau, gehören.