Reptilien und Amphibien im Wasserturm

Reptilien-Experte Josef Bruns zeigte beim NVL-Treffen die Kornnatter.

Freilandterrarianer zeigte lebende Schlangen

Langenhagen. Josef Bruns aus Neustadt ist Besitzer eines Freilandterrariums und berichtete beim NVL-Treffen im Wasserturm mit 35 Teilnehmern von den Lebensweisen, Lebensräumen, der Zucht und Ernährung mehrerer Schlangenarten. Fragen wurden ausführlich und informativ beantwortet. Alle Tiere wurden nicht der Natur entnommen, da dies verboten ist. Entweder hat Josef Bruns seine Tiere selbst gezüchtet oder von anderen Züchtern erworben, um so Inzucht zu vermeiden. Bei der Ringelnatter handelt es sich um die größte in Deutschland lebende Schlange. Sie kann bis zu 1,70 Meter lang und 35 Jahre alt werden. Ihren Namen hat sie von den beiden auffälligen gelben Nackenflecken, die fast einen vollständigen Halsring bilden. Im Gegensatz zu der Kreuzotter handelt es sich bei der Ringelnatter um eine ungiftige Schlange, die ihre Beutetiere erwürgt. Da sie sich überwiegend von Erdkröten und Fröschen ernährt, ist sie meist in Gewässernähe anzufinden. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Auch die Schlingnatter ist ungiftig, sie ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Schlangenart. Die hier gezeigte Milchnatter stammt aus Texas und war früher bei den Indianern wegen ihrer auffälligen Farbgebung ein beliebtes Tier. Im Gegensatz zur Korallschlange, die eine sehr ähnliche Färbung aufweist, ist die Milchnatter aber ungiftig. Bei der Äskulapnatter handelt es sich um die größte Schlangenart Europas. Früher lebte sie auch in Norddeutschland, heute ist es ihr hier zu kalt. Auf Grund des Klimawandels ist es durchaus möglich, dass auch diese Schlangenart wieder bei uns heimisch wird. Bekannt ist diese Schlange, benannt nach dem griechischen Gott Äskulap, auch vom Äskulapstab, dem Symbol der Human- und Tiermediziner und ebenso ist die im Logo der Apotheker zu finden. Feuersalamander leben überwiegend in Laubwäldern. Durch Drüsen an Kopf und Rücken wird ein giftiges Sekret ausgeschieden, dass Fressfeinde abwehren soll. Für den Menschen ist es in der Regel ungefährlich aber für Haustiere wie Katzen und Hunde kann das Fressen eines Feuersalamanders durchaus gefährlich sein. Das von Josef Bruns gezeigte Exemplar einer Kornnatter stammt aus Kreta. Es wurde auf einem Schiff gefunden, das im Kieler Hafen angelegt hatte und für das eine artgerechte Unterbringung gesucht wurde. Diese Schlangenart ist die schönste europäische Schlange.
Nachdem die gezeigten lebenden Tiere ausführlich besprochen worden waren, wurden noch viele Fragen zur Kreuzotter und zur Blindschleiche beantwortet. Sie ist keine Schlange, sondern eine Echsenart, der im Laufe der Evolution die Beine verloren gegangen sind. Die Tiere sind nicht blind, wie der Name vermuten lässt. Er stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet blinkend. Bei Berühren des Schwanzes bricht dieser ab und wächst anschließend nur teilweise wieder nach. Kurze Filme über Revierkämpfe und Fressverhalten rundeten das Programm ab.