Richtige Alternative oder Resteschule?

Modell Oberschule beim Runden Tisch Bildung in der Diskussion

Langenhagen (ok). Berechnungen im Rathaus haben es ergeben: Durch Zuzüge
innerhalb des Landes und Flüchtlinge kommen auf die 500 Schüler mehr, die bisher schon für Langenhagen prognostiziert waren, noch einmal 500 Schüler obendrauf. Heißt also, statt mit bisher 23 Zügen an allen weiterführenden Schulen sollte mit 25 geplant werden, um sich alle Optionen offenzuhalten. Das machte Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch beim zweiten Runden Tisch in Sachen Bildung deutlich, bei dem neben Politikern auch die Schulleiter vertreten waren. Etwa zehn müssten dann an der IGS Süd und einer weiteren Schule angesiedelt sein, der Rest am jetzt siebenzügigen Gymnasium und der IGS Langenhagen an der Konrad-Adenauer-Straße, die gern sechszügig bleiben will. Domenic Veltrup (BBL) brach eine Lanze für Integrierte Gesamtschulen, das System sei gewünscht. Der Stadtelternratsvorsitzende Uwe Gülke dagegen sieht klare Tendenzen, die Realschule zu erhalten. Den Eindruck hat RKS-Schulleiter Thomas Kelber allerdings nicht, in diesem Jahr habe es lediglich 27 Anmeldungen
gegeben. Er will seine Schule zu einer Integrierten Gesamtschule oder einer Oberschule, möglichst mit gymnasialer Oberstufe umwandeln. Lediglich zehn bis 15 Prozent der Oberschulen in Niedersachsen hätten ein gymnasiales Angebot, sind die Sozialdemokraten Anja Sander und Wolfgang Kuschel skeptisch. Der Elternwille spreche eindeutig für die IGS, etwa 80 Prozent der Eltern in Langenhagen stünden nach der Elternbefragung hinter dieser Schulform. Der Vorschlag, die Klassen eins bis acht an der IGS Süd zu lassen und neun bis 13 an der Rathenaustraße am Realschul-Standort, um keinen zu bevorzugen, stieß auf keine Gegenliebe. Diese räumliche Trennung habe schon beim Gymnasium nicht funktioniert, so Wolfgang Langrehr (SPD). Das Modell Oberschule fand bei den Schulleitern durchaus Anklang, soll jetzt intensiver diskutiert werden. Zur nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am 1. Juni lädt Thomas Kelber einen Experten ein, der die Vorzüge, aber möglicherweise auch die Nachteile dieser Schulform darstellt. Für
Wolfgang Kuschel keine Alternative, Langenhagen sei nun einmal ein Gesamtschulstadt, die Oberschule könne zur Resteschule verkommen. Willi
Behrens (Unabhängige) mahnte an, nicht zu knapp zu planen. Es würden sicher in Zukunft noch Baugebiete ausgewiesen, wenn auch nicht so groß wie das Weiherfeld. Ein fünfter Standort für eine weiterführende Schule sei also nicht so abwegig. In einem Punkt waren sich aber alle einig: Erst müsse das pädagogische Konzept stehen, dann könne über den Bau und die Standorte nachgedacht werden.