Riesenbeifall für die „Swingtown Jazzmen“

Sie verabschiedeten sich furios: Die „Swingtown Jazzmen“ mit (obere Reihe von links) Bernd Sänger, den beiden Gründungsmitgliedern Walter Zwingmann und Klaus Raap, Siggi Gehring und Bernd Haase. Darunter Didi Simon und Hans-Jürgen Keller. (Foto: J. Böbers)

Am nächsten Sonntag kommen die „Singin´Birds“ aus Warschau

Langenhagen (kr). Ein sehr gut gefüllter Rathaus-Hof, bestens gelaunte und spielfreudige Musikanten und schönstes Sommerwetter: Das wirkte bei der vierten Jazzmatinee dieses Jahres nicht wie ein Abschiedskonzert, denn die „Swington Jazzmen“ werden wie angekündigt in der jetzigen Formation nicht weiter gemeinsam auftreten. „Die Band besteht seit 44 Jahren und steht heute zum 27. Mal in Folge seit dem Beginn unserer Veranstaltungsreihe ununterbrochen auf der Bühne“, betonte Horst-Dieter Soltau, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins „Cultour & Co.“ „Die Formation überzeugte immer wieder durch ihre Spielfreude und ihr breit gefächertes Repertoire“, unterstrich der Programm-Macher, „ sie orientiert sich an den Musikwünschen ihrer Fans“, und garantierte jedes Mal ausgezeichnete Besucherzahlen.“ Nach dem Sturzregen noch eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn schenkte Horst-Dieter Soltau den Musikanten vorsorglich einen Regenschirm. Sehr persönliche Worte des Danks richtete der Fan und Fotograf Frank Herrmann an die Hausband und überreichte Mappen mit Texten und 15 Fotos.
Auch beim letzten Auftritt in Langenhagen überzeugten die „Swingtown Jazzmen“ durch ausgezeichnetes Kollektivspiel und bemerkenswerte Soli. Nach der Erkennungsmelodie „Royal Garden Blues“ folgten Titel wie „All of Me“, „Hello Dolly“, „Bourbon Street Parade“, „Bei mir bist du schön“, „Isle of Capri“ und „Perdido“. Dass als Zugabe „Ice Cream“ hieß, erweitert durch die bekannte Melodie aus „Bonanza“ und Polka-Klänge, „war alles an der als eine Überraschung. Riesenbeifall der über 400 Zuhörer. Zwischendurch hatten die Musiker ihres kürzlich verstorbenen Gitarristen Felix Hartmann gedacht. Das geschah natürlich musikalisch mit dem berühmten Gospel-Song „Just a Closer Walk with Thee“ und wie in New Orleans üblich erst extrem langsam und dann als Swing interpretiert.
Heidenarbeit mussten die Mitarbeiter des Gastronomie-Betriebs „Langenhagen Classic“ verrichten, um nach dem Sturzregen Stühle, Bänke und Tische rechtzeitig trocken zu reiben. Und sie taten das mit Bravour. Ein weiteres Highlight hat Horst-Dieter Soltau für Sonntag, den 30. Juli, geplant. Aus Warschau kommen die „Singin´ Birds“, drei ebenso hübsche wie exzellente Sängerinnen. Ihr Vorbild sind die legendären „Andrew Sisters“, die zwischen 1932 und 1966 in den USA für Furore sorgten. Absolute Hits der drei Schwestern waren „Bei mir bist du schön“, „Coca Cola“ und „Boogie Woogie Bugle“. Das polnische Terzett, begleitet von zwei Bläsern und einer Rhythmusgruppe, hat natürlich auch modernere Klänge im Repertoire. Sie integrieren unter anderem Country-Songs, Rock-Klassiker und bekannte Balladen. Und das alles präsentieren die Absolventen der Chopin-Hochschule in Warschau, swingend, virtuos und mit viel Charme.