Rödeln für den großen Einsatz

Johanniter bereiten sich auf die nächste Evakuierung vor

Langenhagen. Geschäftiges Treiben auf der Johanniter-Dienststelle in Langenhagen: Der 15. Einsatzzug des Nordhannoverschen Ortsverbandes (NOV) der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Langenhagen bereitet den Großeinsatz „Evakuierung“ am Sonntag, 19. Juli vor. Rund 16.500 Menschen sind davon betroffen – und die Johanniter nutzen den zeitlichen Vorlauf, um alles so vorzubereiten, dass der Ablauf möglichst reibungslos ist. Zeit, die die Helfer bei spontanen Evakuierungseinsätzen wie zuletzt im November 2014 in Langenhagen nicht haben.
„Die Abläufe einer Evakuierung sind für uns Routine“, sagt Tim Heinrich, Dienststellenleiter der Johanniter. „Wir sind darauf vorbereitet, jederzeit auch ohne langen Vorlauf einen solchen Einsatz zu meistern.“ Das haben die Helfer bereits mehrfach unter Beweis gestellt. „Diesmal haben wir aber die Zeit, um Verbesserungen im Ablauf vorzunehmen“, sagt Tim Heinrich. So werden Beispielsweise die Beförderungsanforderungen nach einem verbesserten System erfasst, dass die Wartezeit auf einen Transportwagen verkürzen soll. Auch in der Sammelstelle erwartet vor allem die Kinder eine Neuheit: eine Hüpfburg wird aufgestellt.
Während die Transporteinheit bis zum Stichtag noch einmal alle Fahrzeuge durchcheckt, stellt die Betreuungsgruppe die Paletten mit den Feldbetten zusammen und überprüft Kissen und Decken. Derweil werden die Funkfrequenzen der Einsatzleitfahrzeuge (ELW) abgeglichen, damit diese Fahrzeuge auch mit den anderen beteiligten Organisationen und Institutionen in Kontakt treten können. Es wird das Schulzentrum inspiziert, die Sammelstellen für Personen abgestimmt, die die Evakuierungszeit in der Mensa verbringen und die Flächen festgelegt, in denen die Feldbetten für bettlägerige Patienten aufgebaut werden sollen. Gleichzeitig müssen für die zahlreichen Einsatzfahrzeuge Stellflächen reserviert werden. Diesmal unter schwierigeren Bedingungen, denn während der Evakuierung wird im Zentrum das Stadtfest gefeiert. Da werden Parkplätze knapp.
Eine besondere Herausforderung kommt auf die Versorgungsgruppe zu, der Gruppe um die Feldküche. Denn nicht nur Bürger, die ihre Wohnungen verlassen müssen, sind mit Essen und Getränken zu versorgen, sondern auch die Hunderte von Helfern der Feuerwehr, der Polizei, der Stadt, des THW und der JUH. So müssen vorab im Großhandel Getränke und Lebensmittel für viele hundert Personen besorgt werden, wobei eine Planung insofern schwierig ist, weil der Gruppenführer „Feldküche“ bis zuletzt nicht weiß, welches Wetter an dem besagten Tag vorherrschen wird. Ist Hitze angesagt, kann er keinen Eintopf kochen und mit 250 kg Fleisch im Kühlschrank ist man nicht mehr so flexibel wie es vielleicht notwendig wäre. „Wir lassen uns also überraschen“, sagt Tim Heinrich. Sicher ist, dass 400 Liter Kaffee und 50 Kisten Mineralwasser vorbereitet und beschafft werden müssen.