Rolle rückwärts

Langenhagen (gg). Mehrere Straßenbaupläne, mit denen sich Stadtverwaltung und Rat in den vergangenen Jahren beschäftigt haben, liegen nun auf Eis – das wurde in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses deutlich. Betroffen sind sämtliche Projekte, bei denen es um Landes- oder Regionsstraßen geht. Nach einem neuen Rechtsgutachten steht fest, dass die Stadtverwaltung nur auf ihren eigenen Straßen bauen darf. Hinfällig sind damit beispielsweise Pläne zum Bau der Auffahrt A352 in Engelbostel (Nordspange) oder der Ausbau der Heinrich-Hagemann-Allee mit der Wagenzeller Straße in Kaltenweide/Krähenwinkel. Auch Richtung Tierheim wird in absehbarer Zeit kein Fahrrad- und Fußweg gebaut. Bisher sei diese Beschränkung von den Straßenbaubehörden des Landes und der Region so nicht ausgesprochen worden, daher habe der städtische Fachdienst die Projekte vorangetrieben, so der Hinweis der Stadtverwaltung, auch von der Kommunalaufsicht habe es kein Veto gegeben. Auszudünnen ist damit der Verkehrsentwicklungsplan (VEP), ein Gutachten der Ingenieurgemeinschaft Schubert im Auftrag der Stadtverwaltung, für das just noch Ergänzungen erarbeitet wurden – präsentiert von Thomas Müller in derselben Sitzung. Untersucht wurden erneut die Nordspange Schulenburg und die Anbindung des Airport Business Parks. Untersucht wurde nun erstmalig der Fußverkehr samt Wartezeiten an Ampeln und mögliche Radwegeverbindungen von Kaltenweide nach Godshorn. Ergebnis: keine sinnvollen Handlungsfelder, allenthalben die Wartezeiten an Fußgängerampeln könnten verringert werden. Die Vorrangschaltung für den öffentlichen Nahverkehr (Bus und Straßenbahn) könnte zurückgenommen werden.
Das neue Gutachten zeigt zudem die Situation an den park&ride Abstellplätzen. Am S-Bahnhof Langenhagen-Mitte parken zu fast 50 Prozent Reisende, die die Parkgebühren am Flughafen sparen wollen. Das soll dringend geändert werden. Nicht so am S-Bahnhof Pferdemarkt, dort sind die Parkplätze für die Anliegernutzung nötig, park&ride sollte sich hier nur auf Fahrräder beziehen. An weiteren Plätzen in Langenhagen bestehe kein Handlungsbedarf.
Ebenso am Langeforther Platz – eine Entlastung sei nur möglich, wenn der Kfz-Verkehr wieder durch Wohnstraßen geführt wird.
Einstimmig beschlossen wurde seitens der Fraktionen im Verkehrsausschuss die Benennung der Allee südlich der SCL-Sportplätze zwischen Kirchplatz und Theodor-Heuss-Straße in Ernst-August-Nebig-Allee. Erinnert werden soll damit am Ernst August Nebig, der als eine der engagiertesten Persönlichkeiten Langenhagens in Erinnerung bleiben wird. Der Autor und Journalist (Langenhagener ECHO) unterstützte den Denkmalschutz und die Städtepartnerschaften, erhielt das Bundesverdienstkreuz. Sein Wirken ist mit seinem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt dokumentiert.