Rot-Grün will die zweite IGS

Favoriten RKS und Brinker Schule

Langenhagen (ok). Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, mehr als zwei Drittel der Eltern der jetzigen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler wollten im Sommer einen Platz an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Langenhagen; die Hälfte von ihnen musste mit einer Absage leben und ihr Kind an einer anderen weiterführenden Schule anmelden. Für die Mehrheitsfraktion von SPD und Grünen ein Unding, jede Schülerin und jeder Schüler sollte die Schule der Wahl besuchen dürfen. Deshalb muss aus Sicht der Koalition eine zweite IGS her, auf den Standort will sich die Mehrheitskoalition nicht festlegen, die Verwaltung soll ergebnisoffen prüfen. Allerdings kämen zwei Schulen in zentraler Lage aus Sicht von SPD und Grünen besonders in Betracht: die Robert-Koch-Realschule an der Rathenaustraße und die Brinker Schule an der Angerstraße. RKS-Schulleiter Joachim Kirschning hat im Bildungsausschuss ja schon gesagt: „Wir können auch IGS“ und damit seinen Hut – besser gesagt seine Bewerbung – in den Ring geworfen. Ein Votum der zurzeit leitungslosen Brinker Schule steht dagegen noch aus. Aus Sicht von Rot-Grün vielleicht die Chance für die Einrichtung, die seit Jahren gute Arbeit leistet, aber gegen einen schlechten Ruf in der Stadt ankämpfen muss. Sollte das Schulgesetz geändert werden, kann sich Ulrike Jagau, die selbst an einer großen IGS unterrichtet hat, sogar eine Gesamtschule ab Klasse 1 vorstellen. Das ist zurzeit zwar noch nicht möglich, aber im Januar sind ja Landtagswahlen. Je nach Ausgang wird sich dann auch entscheiden, wohin die Reise in Sachen Zügigkeit geht. „Am liebsten würden wir eine drei- oder vierzügige Schule haben, aber wenn es nicht anders möglich ist, machen wir es auch fünfzügig“, gibt Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt die Marschrichtung. Ein Ausbau der sechszügigen bestehenden „Mammutschule“ IGS an der Konrad-Adenauer-Straße ist für das Mehrheitbündnis genauso wenig ein Thema wie ein Neubau. Über eine Kostengrenze haben sich die Ratspolitiker noch keine Gedanken gemacht, zunächst einmal soll geprüft werden, was überhaupt möglich ist. Eingerichtet werden soll sie bis Jahrgang 10; Oberstufenangebote gebe es schon genug in der Stadt. Der Bedarf sei in Langenhagen besonders groß; eine Elternbefragung werde das noch untermauern. Für Ulrike Jagau kommt das dreigliedrige Schulsystem, das Kinder zurücklässt, nicht in Frage. Auch einem freien Träger gegenüber ist Rot-Grün nicht abgeneigt, wenn er das „richtige Konzept“ vorlege. Überhaupt sei es der richtige Weg, wenn in der Grundschule mit Ganztagsbetreuung begonnen werde, das konsequent in der weiterführenden Schule fortzusetzen. Bildung stehe ganz oben, die Lehrer mussten bei dem Projekt mitgenommen werden. Kleine Bemerkung am Rande: Über den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Marco Zacharias, der sich im Gespräch mit dem ECHO zu einer IGS bekannt hat, haben die Mehrheitspolitiker nur ein müdes Kopfschütteln über. Seine Fraktion sei es doch schließlich im Rat gewesen, die ihren eigenen Antrag über die Erweiterung der bestehenden IGS letztendlich nicht mehr in die politischen Gremien eingebracht habe. Bis Dezember 2013 soll ein Konzept stehen; der Start der zweiten Integrierten Gesamtschule im Stadtgebiet wird für Schuljahresbeginn 2014/15 ins Auge gefasst.