Rote Beete für Schüler?

EU-Vorgabe für Pausen-Verpflegung

Langenhagen (gg). Das vom hiesigen Landtagsabgeordneten Marco Brunotte vielfach gelobte EU-Schulobstprogramm, an dem sich auch Langenhagener Schulen beteiligen, ist nun von der CDU-Landtagsfraktion heftig kritisiert worden. Hintergrund ist die vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium zu Ferienbeginn angekündigte Preiskürzung um 40 Prozent pro Kilogramm für Obstbauern, die dauerhaft lediglich zwei Produkte - etwa Äpfel und Birnen - an Schulen anbieten können. Der agrarpolitische Sprecher Helmut Dammann-Tamke, der als CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis Buxtehude auch Teile der größten Obstanbauregion Nordeuropas vertritt, sagt: „Minister Meyer geht offenbar davon aus, dass Schüler neben Äpfeln und Birnen nur allzu gern auch Rote Beete oder Fenchel essen. Die Obstbaubetriebe mit nur einem Produkt im Angebot bekamen in der Vergangenheit bereits fünf Prozent weniger Geld für das Kilogramm Obst. Einige Anbieter sind schon aus dem Schulobstprogramm ausgestiegen. Mit seiner neuen, dramatischen Preissenkung vergrault Meyer auch die verbliebenen Erzeuger regionaler Obstsorten aus dem Schulobstprogramm.“
Die Vorwürfe wertet Klaus Jongebloed, Leiter der Pressestelle im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, als unsinnig. „Der Förderbetrag beträgt im kommenden Schuljahr 29 Cent pro Portion für konventionell erzeugtes Obst oder Gemüse und 35 Cent pro Portion für biologisch erzeugtes Obst oder Gemüse. Eine Portion sind einhundert Gramm. Das macht nach Adam Riese also 2,90 Euro pro Kilogramm, beziehungsweise 3,50 Euro pro Kilogramm“, so seine Antwort auf ECHO-Anfrage. Es sei nicht erkennbar, warum Drittlandsware (zum Beispiel aus Argentinien) im großen Stil erforderlich sein sollte (auch wenn es natürlich vereinzelt vorkommen könne). Klaus Jongebloed erklärt: „Es geht vielmehr um sinnvolle Sortimentsergänzung zum Beispiel durch überregionale Kooperationen - und zwar innerhalb Niedersachsens.“ Entscheidend sei, dass das EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramm mit einer gewissen Obst- und Gemüse-Vielfalt in den Schulen umgesetzt wird – und zwar nach Vorgaben der Europäischen Union, die bekanntlich das Schulobst- und Schulgemüseprogramm der EU maßgeblich mitfinanziert. Es sei eben kein reines Schulapfelprogramm, sondern ein Obst- und Gemüseprogramm. Im neuen Schuljahr müssen daher die Lieferanten eine Vielfalt von mindestens drei Erzeugnissen je Abrechnungszeitraum in den Schulen ausliefern, um eine ungekürzte Beihilfe zu erhalten.