Rückzug und freudige Aussichten

Besuch von der Familie: Heide Stühmeier mit ihrem Sohn Jörg und den Enkelkindern Jakob (2 Jahre) und Emma (1 Jahr). (Foto: G. Gosewisch)

Projekt Offene Kirche bringt berührende Momente

Langenhagen (gg). Just haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Projekts „Offene Elisabethkirche“ bei ihren Jahresabschluss-Treffen mit gemütlichem Essen gemeinsam Erfahrungen ausgetauscht. 29 Frauen und 14 Männer haben abwechselnd dafür gesorgt, dass von Ostersonntag bis Erntedank die Elisabethkirche von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr täglich geöffnet ist. Für 2013 waren das 184 Tage oder 736 Stunden. Die Projekt-Mitarbeiter halten sich in der Kirche auf, sind präsent, ansprechbar, aber auch still für die Besucher, die kein Gespräch suchen. Manchmal kommt keiner in den zwei Stunden vorbei, manchmal ein Besucher oder zwei. Es kommt auch vor, dass zwanzig bis dreißig Besucher gezählt werden. Das ist ganz verschieden. „Seit 2003, das Jahr in dem die Offene Kirche zum ersten Mal ihre Tore geöffnet hatte, haben 23.089 Besucher das Angebot wahrgenommen. Das bedeutet einen jährlichen Durchschnitt von mehr als 2000 Besuchern während der Öffnungszeiten der Kirche“, erklärt die Leiterin des Projekts, Pastorin Bettina Praßler-Kröncke.
Aber die Zahlen sind nur ein Hinweis, auf die eigentliche Leistung, die erbracht wird. Es sind die Reaktionen der Menschen, die trotzdem gar kein Gottesdienst stattfindet, einfach einmal die Kirche betreten. So entstehen stille Momente, aber auch sehr berührende. Projektmitarbeiterin Heide Stühmeier erzählt: „Manche kommen, um zu beten. Sie verweilen und gehen wieder. Oft sprechen mich Besucher an und möchten einfach mitteilen, dass sie sich in der Kirche geborgen fühlen, sich ausruhen können oder die Atmosphäre genießen. Es sind ganz besondere Gespräche, die dann entstehen. Manche fassen Mut oder neue Kraft oder bestätigen mir, dass sie sich einfach besser fühlen.“
Wer Heide Stühmeier schon einmal in der Kirche angetroffen und erlebt hat, kann nachvollziehen, wie das möglich ist. Ihre freundliche Ausstrahlung besticht. Viele Besucher bestätigen, dass sie eigentlich gar nicht vorhatten, das Gespräch zu suchen, doch die Stimmung sei eben einladend gewesen. Und genau das macht wohl den Erfolg des Projekts Offene Kirche aus.
Die Projekt-Mitarbeiter sehen aber auch für sich selber Vorteile. „Sie sind stolz auf ihre Kirche in Langenhagen und möchten diesen Schatz mit anderen teilen“, erklärt die Pastorin und ruft zur Teilnahme auf. Die Gruppe organisiert sich während der Öffnungszeiten weitgehend selbstständig. Es gibt einen Ordner, in dem sich jeder für einen Dienst eintragen kann. Jeder kann selbst entscheiden, wann und wie viel Dienst er übernehmen möchte. Neue Mitarbeiter erhalten eine Einführung in den Dienst durch die Pastorin. Bewährt habe es sich auch, zunächst den Dienst bei einem erfahrenen Mitglied der Gruppe ein- oder zweimal zu begleiten.
Interessenten können sich bei Bettina Praßler-Kröncke melden: Telefon (05 11) 77 39 43 oder E-Mail kg.elisabeth.langenhagen@evlka.de.