Ruhe bei Krisen in der Erziehung

Alexandra von Garmissen (links), pädagogische Beraterin des VAMV, und Christine Paetzke-Bartel, Leitung und Koordination im MGH. (Foto: D. Lange)

Sprechstunde für alleinerziehende Mütter und Väter

Langenhagen (dl). Wenn Elternpaare sich trennen, sind oft die Kinder die Hauptleidtragenden eines vielfach schmerzlichen und von Zank und Streit geprägten Prozesses. Zurück bleiben Väter oder Mütter, die sich als alleinerziehende Elternteile mit ihren Kindern unvermittelt neuen und oftmals sehr belastenden Herausforderungen stellen müssen. Laut einer Bertelsmann-Studie sind zudem in Deutschland die Kinder alleinerziehender Eltern einem besonders hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Denn auch wenn grundsätzlich beide Elternteile ihr Kind gemeinsam betreuen und versorgen, ob sie nun getrennt- oder zusammenleben und unabhängig davon, bei welchem Elternteil das Kind wohnt, die Praxis dagegen sieht meist anders aus. Ausbleibende, zu niedrige oder nur gelegentliche Unterhaltszahlungen zählen zu den häufigsten Streitfällen getrenntlebender Eltern und stellen für die Alleinerziehenden, in neun von zehn Fällen sind es die Mütter, ein großes finanzielles Risiko dar. Nach Angaben des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sind derzeit rund eine Million Kinder von Alleinerziehenden davon betroffen. Der VAMV versteht sich daher als Interessenvertretung für sie und bietet für Mütter und Väter einmal im Vierteljahr ein niederschwelliges Gesprächs- und Beratungsangebot in Kooperation mit dem Mehr-Generationen-Haus an. In Gesprächsrunden können sie sich mit anderen Müttern und Vätern austauschen, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben wie sie und Hilfe suchen in Fragen zu Familiensituationen, Krisen oder Erziehungsthemen. Darüber hinaus bietet der VAMV Rechtsberatungen an zu Themen des Familienrechts, zu Unterhaltszahlungen, zum Sorge-und Besuchsrecht oder auch zu pädagogischen Fragen. Sicher finden Eltern auch in Eltern- oder Kindgruppen Gelegenheiten zu Gesprächen und zum Austausch untereinander. Speziell in diesem Kreis wären Geschichten gutsituierter Familien über Haus, Auto oder Urlaub in der Toskana allerdings eher kontraproduktiv für Alleinerziehende, denen derartige Annehmlichkeiten als unmittelbare Folge von Trennung oder Scheidung häufig verwehrt bleiben. Dennoch ergeben sich über diese Gruppen im Mehr-Generationen-Haus (MGH) weitere Kontaktmöglichkeiten zu speziellen Gesprächs- oder Beratungsgruppen wie die des VAMV und zu anderen Alleinerziehenden, die ebenfalls auf der Suche sind nach Strategien und Lösungen für ihre vielfältigen Sorgen und Probleme. Der VAMV ist erreichbar auf der Internetseite www.vamv-hannover.de oder telefonisch unter (0511) 39 11 29. Das Mehr-Generationen-Haus ist erreichbar auf der Internetseite www.mehrgenerationenhaus-langenhagen.de oder telefonisch unter (0511) 72 11 35.