Rundenrekord in der Königsklasse des Motorradsports

Geschwindigkeitsrausch pur: beide Reifen heben ab. Julian Neumann auf dem Weg zum Sieg.

Gesamtsieg für Julian Neumann beim Fischereihafen-Rennen

Langenhagen (gg). Das legendäre Fischereihafen-Rennen, Bremerhaven, lässt die Herzen der Motorsportler höher schlagen: Ein echtes Straßenrennen mit einer gut 60 Jahre alte Tradition. Der Rundkurs ist 2,7 Kilometer lang, führt durch ein Gewerbegebiet. Früher wurden Fischkisten am Streckenrand aufgestellt, Fischreste lagen auf dem Kopfsteinpflaster – die „Heringstopf-Glitsche“ war und ist berüchtigt. Zwar gibt es inzwischen längst Asphalt und natürlich keine Fischreste mehr wie in den 60er Jahren, aber dem Geschwindigkeitsrausch erliegen Fahrer wie Zuschauer immernoch.
Schnellster Mann des Rennwochenendes 2015 ist Julian Neumann aus Langenhagen – ein sensationeller Erfolg für den Amateur. Mit seiner Kawasaki ZX10RR, 200 PS, fuhr er den Rekord für die schnellste Runde durch den Hafen ein. Mit 1:29:664 Stunde blieb er Sieger im zweiten Rennen der Klasse 1 trotz leicht geänderter Streckenführung durch eine stärker verlangsamende Schikane und nur wenig hinter seiner Bestmarke aus dem Jahr 2014 (1:29:110 Stunde) zurück. Im ersten Rennen war er gestürzt, das Vorderrad war beim Anbremsen weggerutscht. Als unkalkulierbar beschreibt der 28-jährige Fahrer den Rennverlauf. Mit dem Sieg rechnen könne auf diesem Kurs keiner. In den letzten beiden Jahren hat Julian Neumann jeweils Platz drei belegt. Mit dem Gesamtsieg 2015 ist für den Automobilkaufmann, der bei MCT-Lohmann im Gieseckenkamp tätig ist, ein Traum in Erfüllung gegangen, aber er hat weitere Ziele: „Beim Straßenrennen in Horice TT (Tschechien) oder dem berühmten Macau Motorrad Grand Prix (China) teilnehmen – das wäre es!“