Saatkrähen breiten sich aus

Ein typisches Bild der vergangenen Wochen stellte eine Anliegerin der Karl-Kellner-Straße dem ECHO zur Verfügung. Die Saatkrähen sammeln sich an neuen Stellen im Stadtgebiet, fühlen sich in ihrer Kolonie an der Stadtparkallee offensichtlich nicht mehr wohl.

Prophezeiung des Experten geht in Erfüllung

Langenhagen (gg). Markant lässt die Baustelle an der Walsroder Straße, Höhe Stadtparkallee, erahnen, dass die Architekten-Pläne Wirklichkeit werden. Der Geschossbau soll exklusives Wohnen am Stadtpark möglich machen. Nicht geplant, aber prophezeit war vor Baubeginn, wohin die früheren Nutzer des Geländes vertrieben werden - im Juni 2013 griff das ECHO das Thema auf. Die Saatkrähen-Kolonie machte Schlagzeilen und der Naturschutzbeauftragte sagte voraus, dass sich die Vögel im Stadtgebiet großräumig verteilen werden. So ist es nun gekommen.
Zum Hintergrund: Bekannt war, dass die an der Stadtparkallee lebenden Vögel lärmen, 65 Dezibel schlagen von morgens bis spät in die Nacht ununterbrochen zu Buche. Ein landendes Flugzeug verursacht vorübergehend 55 Dezibel. Klar war auch, dass wegen des Artenschutzes ein Vergrämen der Saatkrähen verboten ist. Kein Problem, argumentierten derzeit Stadtbaurat Carsten Hettwer und Wirtschaftsförderer Jens Monsen, denn die Bäume mit Nestern würden nicht gefällt werden und Bauabstand zur Kolonie sei gegeben. Das beurteilen die Saatkrähen nun offensichtlich anders. Sie verteilen sich in einem sehr viel größeren Radius als vor Beginn der Baustelle im Stadtgebiet und sammeln sich mal an der Karl-Kellner-Straße, mal an anderen Straßenzügen, was von den Anliegern als gruselig und bedrohlich wahrgenommen wird. Lärm ist nun überall. Eine Anliegerin berichtet: „Wer die Vögel beobachtet, erkennt, dass sie verunsichert sind. Sie fliegen nun auch ganz dicht an den Balkonen vorbei, früher war das nicht so.“