„Schattenboxen um Gerätehäuser“

Hunderte Einsätze arbeiten die Ortsfeuerwehren in Langenhagen in jedem Jahr ab - im Ehrenamt. Die baulichen Zustände in den Gerätehäusern Engelbostel und Schulenburg sind unhaltbar. (Foto: S. Bommert)

Unhaltbare Arbeitsbedingungen für Feuerwehrmänner und -frauen

Schulenburg (gg). Seit rund zehn Jahren brauchen die Ortsfeuerwehren Engelbostel und Schulenburg größere Gerätehäuser. Die Berufsgenossenschaft droht wegen erheblicher Mängel mit der Schließung derselben, was bisher mit Hinweis auf Neubau-Pläne abgewendet werden konnte. Nun konkretisiert die Stadtverwaltung die Neubau-Pläne, will mit der Ausschreibung für die Gewerke beginnen, besitzt das dafür vorgesehene Grundstück am Stadtweg aber gar nicht.
Ungewiss ist, ob und wann die Stadt Langenhagen Eigentümerin des Grundstücks am Stadtweg wird, das für die für Engelbostel und Schulenburg kombinierte neue Feuerwache vorgesehen ist. Der von der Stadtverwaltung gewünschte Grundbucheintrag kann sich im juristischen Streit mit den Eigentümern noch lange hinziehen. Doch was ist lange, was ist hinnehmbar? Wann fällt die Entscheidung für den Abbruch eines Verfahrens? Wann werden Alternativen realisiert? Bürgermeister Mirko Heuer setzte im vergangenen Juni Ziele: „Bis Ende des Jahres wird dies entschieden sein.“ Das Ende des Jahres ist nun erreicht, aber entschieden wurde dazu noch nicht. In den jüngsten Ortsratssitzungen in Engelbostel und Schulenburg gab es im nicht-öffentlichen-Teil, also hinter verschlossenen Türen, vertrauliche Mitteilungen zum juristischen Status quo. Zudem hat sich in den vergangenen Monaten ein extern beauftragtes Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines neuen Raumprogramms beschäftigt, das das vorhandene ersetzten soll. Zu den Kosten gibt es in der entsprechenden Informationsdrucksache keine Angaben. In der Aussprache im öffentlichen Teil der Schulenburger Ortsratssitzung sagte Ortsbürgermeister Dietmar Grundey: „Nun fangen wir also an, etwas zu bauen, Kosten in Millionenhöhe, das wir unter Umständen wieder wegreißen müssen.“ Engelbostels Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke erklärte im Gespräch mit dem ECHO: „In Bezug auf den Zustand der bestehenden Gerätehäuser ist die Ortsfeuerwehr Engelbostel in weitaus prekärerer Situation als die Ortsfeuerwehr Schulenburg. Wir setzen auf eine einvernehmliche Regelung. Seitens des Ortsrates, der Ortsbrandmeister und der Stadtverwaltung wird gemeinsam entschieden.“ Weniger moderat fielen die Kommentare zur Informationsdrucksache im Schulenburger Ortsrat aus. Dieser forderte die Stadtverwaltung auf, wie bereits vor einem halben Jahr, alternative Standorte für seperate Gerätehäuser zu prüfen, sofern in sechs Monaten zum Standort Stadtweg kein Fortschritt erzielt wird. Dietmar Grundey meint: „Das ist hier in den Ortsräten ein Schattenboxen. Die Sache entscheidet sich an anderer Stelle.“