Scheiben mit Weizenbrand geweiht

Die Kirche bot eine malerische Kulisse beim Schützenausmarsch. (Foto: D. Lange)

Schützenausmarsch mit traditionellem Programm

Engelbostel(dl) „Ein Hoch den wackeren Schützen“, war irgendwo auf einem Schild zu lesen. Vor ihrem traditionellen Ausmarsch traf sich die Schützengemeinde allerdings zunächst zum Spargelessen im Gasthof Tegtmeyer in Engelbostel, um sich für das Kommende zu stärken. Danach hieß es auf dem Vorplatz „Antreten zum Schützenausmarsch“. Intern auch „Scheiben wegbringen“ genannt. Gemeint sind hier die Königsscheiben für das Schützenkönigspaar des Jahres 2017 in Engelbostel, Friederike Prendel und Thomas Göbel. Bevor sich der überschaubare Zug, angeführt vom Drumpets Musikkorps aus Wettbergen in Bewegung setzten konnte, galt es zunächst, die erfolgreichsten Jugendschützen als auch die Gewinnerin bei den Erwachsenen im Wettbewerb um den „Gudrun Mennecke Orden“ auszuzeichnen. Bei einem geforderten Teiler von 100 hatte am Ende Jennifer Heidrich bei den Jugendlichen die Nase vorn vor Maleen Swoboda, der amtierenden Jugendkönigin und Leonie Tauber als Dritte. Als Monika Müller hörte, dass sie dem bei den Erwachsenen geforderten Teiler von 111 am nächsten kam, staunte sie zunächst nicht schlecht und mochte kaum glauben, dass sie gewonnen hatte. Der erste Halt auf dem Weg durch das überwiegend ländlich geprägte Engelbostel führte den Zug der Schützen nach dem Start zuerst zum Haus von Friederike Prendel, der neuen amtierenden Schützenkönigin. Dort angekommen, so will es die Tradition, wartet auf Einladung der jeweiligen Schützenhoheit die erste Stärkung in Form von mehr oder weniger Hochprozentigem oder aber auch Kaffee und Kuchen auf die Marschierer. Danach ist der Scheibenkieker gefordert, seines Amtes zu walten. Seine Aufgabe ist es, die neue Königsscheibe an das Haus zu hängen, verbunden mit ein paar warmen Worten und so wie die Seefahrer ihrem Gott Neptun ein kleines alkoholisches Opfer bringen, so wird auch die Scheibe mit einem Schluck Weizenbrand geweiht und nicht etwa mit Mineralwasser. „Die Scheibe muss feucht sein, um gerade zu hängen“. Mit dem Königstanz von Schützenkönigin und Schützenkönig endet die Zeremonie zunächst. Anschließend setzt sich der Zug wieder in Marsch, gefolgt von einem Wagen des Trecker-Clubs für all jene, zumeist älteren Schützen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Das Ziel des Zuges ist diesmal das Haus von Thomas Göbel, frischgebackener Schützenkönig des Jahres 2017, wo sich der traditionelle protokollarische Ablauf im Wesentlichen wiederholt.