Schenken

Haben Sie schon Geschenke besorgt? Ich mache mir gern Gedanken darüber, was ich schenken könnte. Dann bin ich schon in Gedanken bei demjenigen, den ich erst noch beschenken will. Ich freue mich auch, wenn ich etwas zum Fest bekomme. Denn dann merke ich: da hat jemand an mich gedacht. Geschenke sind ein Zeichen dafür, dass sich jemand mit mir und meinem Leben beschäftigt hat. So weisen die Geschenke über sich selbst hinaus. Sie gehören zu Weihnachten wie die Freude über die Geburt Christi. Sie bildet ja den Anlass für unsere Freude, die wir an unsere Lieben weitergeben, indem wir ihnen eine Freude machen.
Wie wäre es aber, wenn wir dem Christkind ein Geschenk machen sollten? Vielleicht mag es uns dann so ergehen wie dem Hirtenjungen in einer Legende. Er war auch in den Stall von Bethlehem mitgekommen. Aber anstatt sich zu freuen, musste er weinen. Denn er hatte dem Jesuskind nichts mitgebracht.
„Du brauchst nicht zu weinen“, sprach ihn Jesus an, „du kannst mir trotzdem etwas schenken.“ „Was möchtest du denn von mir?“, fragte der Hirtenjunge. „Schenk’ mir deine letzte Klassenarbeit.“ „Aber da hat doch der Lehrer drunter geschrieben: ungenügend!“ „Eben darum will ich sie ja haben. Bringe mir das, wo in deinem Leben ´ungenügend´ drunter steht. Als zweites Geschenk möchte ich von dir deinen Milchbecher haben“. „Aber den habe ich doch heute Morgen kaputtgemacht!“ „Bring mir immer das, was du im Leben zerbrochen hast. Ich will es wieder heil machen. Und als drittes“, fuhr Jesus fort, „bring mir nun noch die Antwort, die du deiner Mutter gegeben hast.“ Da fing der Hirtenjunge abermals an zu weinen. „Ich hab´ gesagt, der Becher ist runtergefallen“, brachte er mühsam heraus, „in Wahrheit aber habe ich ihn im Zorn vom Tisch geschubst.“ „Bring mir alle deine Lügen, deinen Trotz, dein Böses, das du getan hast“, sagte Jesus. „Und wenn du damit zu mir kommst, will ich dir helfen. Ich will dich davon frei machen und dich in deiner Schwäche annehmen. Willst du dir das von mir schenken lassen?“ Als der Junge das hörte, staunte er und kniete nieder. Und sein Herz war voller Freude. Lassen Sie uns zu Weihnachten Freude weitergeben – und das ganze Jahr über!

Frank Foerster, Pastor